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Erfahrungen beim Autofahren mit Nystagmus
geschrieben von: Mimi2018 (IP gespeichert)
Datum: 05. Juli 2018 16:25

Hallo Forum.

Mein Sohn hat einen angeborenen Nystagmus und möchte nun mit 18 den Führerschein erwerben. Den regulären Sehtest besteht er nicht.

Über die manigfaltigen Schwierigkeiten, die da auf ihn zukommen können, habe ich schon Dank des Forums schon viel gelesen und mich informieren können.

Ich selbst als Elternteil konnte mir aber bisher zu dieser Frage, ob es gut für mein Kind ist, den Führerschein zu machen, keine eigene Meinung bilden und wollte deshalb Betroffene fragen, wie es ihnen ergangen ist, trotz Nystagmus den Führerschein gemacht zu haben.

Natürlich ist das immer eine individuelle Angelegenheit, dennoch möchte ich meinen Horizont erweitern um mir etwas sicherer zu sein, ob ich ihn nun ermutigen oder bremsen soll.

Danke für Euere Meinungen




Re: Erfahrungen beim Autofahren mit Nystagmus
geschrieben von: timo94 (IP gespeichert)
Datum: 04. März 2019 14:42

Hallo Mimi,

bei mir war es so das ich mir den erst erkämpfen musste...

Dann hatte ich die Möglichkeit, den Führerschein mit einschränkungen zu machen: nicht schneller als 100 und nicht im Dunkeln fahren...

Dann habe ich auch direkt mit den Fahrstudnen angefangen. Nach ein paar fahrstudnen habe ich mir dann gesagt, dass es besser ist, für mich und für alle anderen im Straßenverkehr, war echt schwer sich das selbst einzugestehen, aber es ist besser so...

Man kann die Schilder nicht richtig lesen, man kann die Entfernungen und Abstände nicht einschätzen, die Reaktionsgeschwindigkeit ist langsamer... und wenn das mit denn nystagmus was stärker ist dann ist es auch schwer auf der eigenen Spur zu bleiben weil alles wackelt...

Hoffe ich konnte dir helfen,

Viele Grüße,
timo94

Re: Erfahrungen beim Autofahren mit Nystagmus
geschrieben von: Hamsti (IP gespeichert)
Datum: 09. März 2019 11:51

Hallo Mimi,

ich kann dir gerne meine Meinung dazu sagen. Ich bin mittlerweile 42 und habe auch einen angeborenen Nystagmus. Als ich 18 war (bzw. schon mit 16) habe ich mir meinen Führerschein auch schwer erkämpfen müssen.

Ich habe einige Augenärzte aufsuchen müssen bis ich mal jemanden gefunden habe der mir das Fahren erlaubt hat. Meine Eltern haben mich dabei immer unterstützt und ich war damals auch froh drum. Erst hatte ich die Auflage Nachtfahrverbot, Geschwindigkeitsbegrenzung und musste alle 3 Jahre ein neues Gutachten vorlegen.
Mit 38 wurden meine Sehwerte geringfügig schlechter und ich musste meinen Führerschein abgeben. Am Anfang war es schwer für mich aber jetzt bin ich echt froh darüber dass ich nicht mehr Auto fahre und ich nicht mehr die Verantwortung für mich und für andere habe.

Mit 18 hatte ich noch ein ganz anderes denken, da wollte ich unbedingt den Führerschein und war froh darüber das mich meine Eltern nicht gebremst haben. Heute denke ich: Gott sei dank ist in meiner Autofahrerzeit nichts passiert was mit meiner Seheinschränkung zu tun hat.

Wenn sich dein Sohn zutraut, den Führerschein zu machen und ein Auto sicher im Straßenverkehr zu fahren, mit allen Pflichten und Risiken, dann solltest du ihn unterstützen, wenn nicht dann brems ihn lieber und mach ihn keinen Druck. Er wird sicher lernen mit der Situation „Autofahren“ umzugehen.
Ich habs mir damals zugetraut, heute trau ich mir das nicht mehr zu und ich bin froh das ich den Stress mit Autofahren nicht mehr habe

Vielleicht konnte ich dir helfen
Gruß, Hamsti





1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.03.19 16:25.

Re: Erfahrungen beim Autofahren mit Nystagmus
geschrieben von: Miez23 (IP gespeichert)
Datum: 10. April 2019 10:24

Ich habe den Führerschein mit Einschränkungen auch gemacht. Das Gutachten habe ich wie viele hier an der Uniklink Tübingen machen lassen. Dort habe ich gerade so bestanden. Normalerweise schaffe ich nur 40% Sehleistung, aber an besonders guten Tagen auch 50%. Ist aber eher selten. Der Arzt meinte dann auch schon so, dass ich nur bekannte Strecken fahren sollte.

Die Fahrstunden waren gar nicht sooo schwer, außer dass ich die Schilder spät lesen konnte. Die Prüfung habe ich auch gut beim ersten Mal geschafft. Hab mir damals gedacht: wird schon und habe mich auch aufs Auto fahren gefreut und dachte mir mit Navi wird das auch mit den Schildern schon gehen, dass ich mich rechtzeitig einordne und so. Was mir aber auch aufgefallen ist, dass ich bei grellen Lichtverhältnissen (sehr hell im Sommer oder tiefstehender Sonne) Ampeln erst spät sehe. Während der Fahrstunden ist mir das gar nicht so aufgefallen, erst beim selber fahren. Das finde ich schon ziemlich gefährlich und bin jetzt auch 2 Jahre nicht mehr gefahren und fühle mich auch mittlerweile total unsicher. Bekannte Strecken, wo ich weiß, was mich erwartet, würde ich eigentlich schon gerne fahren wie zum Einkaufen oder zur Arbeit, aber den Rest traue ich mir nicht so wirklich zu. Im Moment habe ich aber allgemein Angst mich hinters Steuer zu setzen und muss die erstmal überwinden.

Wie ist das eigentlich mit dem erneuten Sehtest? Im Gutachten stand auch Kontrolle alle 5 Jahre, die müssten jetzt allerdings um sein. Im Führerschein steht aber gültig bis 2035 oder so.

LG Miez

Re: Erfahrungen beim Autofahren mit Nystagmus
geschrieben von: Hamsti (IP gespeichert)
Datum: 11. April 2019 08:52

Hallo Miez,
also bei mir war das so. Ich hatte im Gutachten die Auflage das ich alle 5 Jahre bei uns in der Führerscheinstelle ein neues Gutachten vorlegen muss. Im selben Monat kam ein Brief von der Führerscheinstelle, wenn ich nicht bis zum xx ein Gutachten vorlege muss ich den Führerschein abgeben.
Kurz vor Ablauf des alten Gutachtens war ich wie immer beim Augenarzt und der hat mir gesagt das er mir nicht mehr erlauben kann Auto zu fahren. Ich war dann noch bei einigen anderen Augenärzte und die haben mir das selbe gesagt. Vielleicht hätte ich irgendwann mal einen gefunden der es mir erlaubt aber ich tu mich nicht mehr ab und nehme mein Schicksal hin.
LG Klaus



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