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Nystagmus nach Schlaganfall
geschrieben von: Hannover&30171 (IP gespeichert)
Datum: 15. März 2010 18:04

Ich (44 Jahre) hatte vor 11 Monaten einen Hirnstamminfarkt. Zurückgeblieben sind im Wesentlichen ein Nystagmus (wohl auf beiden Augen) und Gangunsicherheiten. Ich kann nur mit einem Auge lesen, indem ich das andere zu halte, was mich in meinem Beruf als Richter stark einschränkt. Ich darf auch noch kein Auto fahren. Ich habe das Gefühl, dass die Gangunsicherheiten auch mit dem Nystagmus zusammenhängen.

Gibt es Behandlungsmöglichkeiten und Ärzte, die sich darauf spezialisiert haben? Welche Disziplin ist dafür zuständig (Augenarzt oder Neurologe)?

Vielen Dank für Eure Rückmeldungen.

Peter

Re: Nystagmus nach Schlaganfall
geschrieben von: Möhrchen (IP gespeichert)
Datum: 16. März 2010 16:27

Hallo Peter,

vielleicht hast Du schon ein bißchen im Forum geblättert und festgestellt, dass der erworbene Nystagmus meist durch eine Schädigung am Hirnstamm hervorgerufen wurde. Darum denke ich, dass bei dieser Form, die Dich betrifft, kaum eine Behandlung möglich sein wird. Aber ich möchte Dich nicht entmutigen!!Man soll nicht aufhören, das Beste aus allem zu machen.
Dass Du nach 11 Monaten wieder Deiner Arbeit nachgehen kannst, ist doch prima!
Ich habe dies nicht geschafft...
Nach einer Hirnstammblutung und monatelanger Reha vor inzwischen 13 Jahren hatte ich ganz von vorn angefangen und ich bin stolz auf die vielen kleinen Erfolge, die mich zurück in ein fast "normales" Leben geführt haben. Meine Erwerbsfähigkeit ist allerdings dabei auf der Strecke geblieben.
Ich habe mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie Du- Nystagmus und Gangunsicherheiten. Kann manchmal nichts fixieren, weil die Blicksprünge sehr stark sind.
Du schreibst, dass Du beim Lesen ein Auge zuhalten mußt. Könnte es sein, dass Doppelbilder die Ursache sind? So war das nämlich bei mir. Und mit einer Prismenbrille wurde das Lesen sehr viel besser. Und die Fernbrille mit Prismen hat den Ny. gefühlmäßig auch etwas beruhigt.

herzl. Grüße
Petra

Re: Nystagmus nach Schlaganfall
geschrieben von: Hannover&30171 (IP gespeichert)
Datum: 20. März 2010 16:06

Hallo Petra,

vielen Dank für Deine Antwort. Ich war die letzten Tage nicht im Internet und komme daher erst jetzt dazu, Dir zu erwidern.

Leider konntest Du mir keine großen Hoffnungen machen, was die Behandelbarkeit des Nystagmus als solchen betrifft. Interessant für mich war jedoch Dein Tip mit der Prismenbrille. Meine Augenärztin hat diese Möglichkeit auch schon einmal erwähnt, meinte aber, dass es hierfür noch zu früh sei und man warten müsse, bis sich der Nystagmus nicht mehr verändere bzw. verändern könne. Dies könne bis zu zwei Jahre nach dem Schlaganfall noch der Fall sein. Wann hast Du Deine Prismenbrillen bekommen?

Ansonsten hast Du recht: Ich bin alles in allem zufrieden, wie weit ich wieder hergestellt bin und dass nur noch die Sehschwierigkeiten und die Gangunsicherheiten zurückgeblieben sind und ich vor allem wieder arbeiten kann. Ich bin im Moment allerdings noch in der Wiedereingliederungsphase und bearbeite nur ein halbes Pensum. Ob ich ein ganzes Pensum schaffen werde, solange ich nur mit einem Auge lesen kann, bleibt abzuwarten. Insoweit sollte ich das Thema mit der Prismenbrille vielleicht doch nochmal ansprechen. Eine Veränderung der Sehfähigkeit kann ich nämlich nicht mehr feststellen.

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

Gruß

Peter

Re: Nystagmus nach Schlaganfall
geschrieben von: Möhrchen (IP gespeichert)
Datum: 22. März 2010 19:41

Hallo Peter,

das mit der Prismenbrille macht Sinn beim Auftreten von Doppel-
bildern, um beide Bilder wieder zu einem zusammenzubringen.
Anfangs wurde von meiner Augenärztin vorgeschlagen, beim Lesen ein Auge abzudecken mit Hilfe einer Pappe, die ich abwechselnd mal rechts, mal links hinter das Brillenglas legte. Das Lesen war damals sehr anstrengend.
Erst nach dem Wechsel zu einer anderen Augenärztin wurde das Thema Prismengläser angesprochen. Das war ca. 5 Jahre nach meiner Hirnstamm-Blutung. Damals wurde mir auch erst richtig bewußt, wie unterschiedlich beide Augen die Bilder projezierten. Dank der Prismenbrille konnte ein Ausgleich geschaffen werden. Vor allem beim Lesen hat mir das einen großen Erfolg gebracht.Bei der Brille für die Ferne, die ich auch hauptsächlich wegen der Prismen trage, mußte auch schon mit neuen Prismen korrigiert werden, da sich die Konstellationen wieder etwas verändert hatten.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein bißchen Mut machen!

Viele Grüße
Petra

Re: Nystagmus nach Schlaganfall
geschrieben von: Menz (IP gespeichert)
Datum: 16. Mai 2010 17:13

Hallo zusammen
Vor 2 Jahren hatte ich eine Netzhautablösung. Inzwischen konnte meine Sehkraft mit 4 Augenoperationen wieder auf 70% erhöht werden.Vor 11 Monaten kam dann noch ein Hirnstamminfarkt dazu. Züruckgeblieben ist, wie bei Peter, eine Gangunsicherheit, jeweils ausgelöst durch leichten Schwindel und ein relativ starker Nystagmus, auf dem linken Auge vertikal, auf dem rechten Auge kreisend. Dies ergibt natürlich Doppelbilder. Ich kann geradeaus mit dem linken Auge relativ gut lesen und bin auch wieder mit einem 50% Pensum im Job zurück. Der vertikal Nystagmus auf dem linken Auge ist mal stärker, mal schwächer. Ausgenommen die Wetterveränderungen, habe ich noch nicht herausgefunden, was die Stärke des Nystagmus beeinflusst.
Hat schon jemand starke und dauerhafte Verbesserungen erfahren?
Offenbar gibt es keine Therapien gegen dieses Augenzittern.
Bei starkem Nystagmus des linken Auges (vertikal) benutze ich ein Schwarzes Blatt mit einem kleinen weissen Fleck in der Mitte, das ich langsam vor meinen Augen nach links und rechts vorbeiziehe. Dies beruhigt jeweils den Nystagmus, bringt ihn aber nicht weg.
Einen herzlichen Dank an alle Forumsteilnehmer für die Berichte und Erfahrungen
Menz

Re: Nystagmus nach Schlaganfall
geschrieben von: Möhrchen (IP gespeichert)
Datum: 16. Mai 2010 20:51

Hallo Menz,

ähnlichen Erfolg wie Du ihn beschrteibst, habe ich mit einer Rasterbrille- eine schwarze Brille mit vielen kleinen Löchern. Auch diese beruhigt den Nystagmus und verhindert gleichzeitig das Auftreten von Doppelbildern. Es ist zwar nur eine Entspannungs- methode, bringt aber vorübergehend eine angenehme Entlastung der Augen.

Herzl. Gruß
Petra


Re: Nystagmus nach Schlaganfall
geschrieben von: Kaesmann (IP gespeichert)
Datum: 17. Mai 2010 09:54


Hallo zusammen,

es gibt mittlerweile für den erworbenen Nystagmus für manche patienten die Möglichkeit, ihn medikamentös zu beruhigen. Gerade letzte Woche hatte ich da eine super Rückmeldung von einem Menschen, der durch MS den Nystagmus seit x Jahren hat. Nach 3 Wochen Medikament kommt er nun wesentlich besser zurecht, wear sehr froh.

Probleme dabei:
- es gibt mehrere Medikamente
- man muss sie erproben
- sie wirken nicht bei jedem.

Aber bei den störenden Oszillopsien / Bildverwackelungen durch den Nystagmus ist es ja in der Regel so, dass jeder da gerne den Versuch unternimmt.

An Peter: ja, die Gangprobleme können natürlich mit dem Ny. zusammenhängen. Wenn es tatsächlich besser ist mit einem Auge zugehalten, muss natürlich zudem geschaut werden, ob neben dem Nystagmus ein Doppelbildproblem da ist, was mit Prismenbrille verbessert werden kann.

Gruss,
bk

Prof. Dr. Barbara Käsmann
Univ.-Augenklinik
Kinderophthalmologie und Low Vision
Kirrbergerstr. 1
66421 Homburg
www.albinismus.info
kaesmann@albinismus.info

Re: Nystagmus nach Schlaganfall
geschrieben von: Hannover&30171 (IP gespeichert)
Datum: 17. Mai 2010 18:46

An alle, die in letzter Zeit geantwortet haben, möchte ich meinen aktuellen Kenntnisstand berichten:

Ich war am 22. April 2010 in der Neurologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wegen meines Nystagmus-Problems mit Doppelbildern. Die Oberärztin dort war auch etwas ratlos und meinte, man könne probieren, mit zentral wirksamen Beruhigungsmitteln auch das Augenzittern zu dämpfen. Sie hat mir jetzt zunächst Revotril (Clonazepam) 2 mg verschrieben, von denen ich bis zu 3 Tabletten am Tag nehmen könne. Nur: Schon nach einer Tablette kann ich mich ins Bett legen, wackele so herum, dass mich neulich eine Kollegin mit dem Auto nach Hause fuhr, weil sie mich nicht mit dem Zug fahren lassen wollte. Habe auch noch keine Besserung beim Sehen verspürt. Als Alternativen hat sie noch 3,4-Diaminopyridin oder Baclofen in Betracht gezogen, die sie ausprobieren will, wenn das Revotril auch auf längere Sicht nicht anschlägt.

Für eine Prismenbrille sei es noch zu früh, solange sich der Zustand noch von selbst ändern könne (bis 2 Jahre nach dem Infarkt). Das ist bei mir der Stand der Dinge zur Zeit.
Gruß Peter

Re: Nystagmus nach Schlaganfall
geschrieben von: TomTom61 (IP gespeichert)
Datum: 29. März 2017 09:40

Hallo Peter,

ich teile dein Schicksal und würde gerne wissen ob sich an deiner Situation etwas verändert hat. Wenn du magst würde ich dir auch meine Geschichte näher bringen.

Es ist ja schon eine ganze Weile vergangen und so weiß ich nicht ob du noch Interesse an einem Austausch hast.Wenn ja, dann würde ich mich freuen von dir zu hören.

Freundlichen Gruß
Thomas



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