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Erworbener Nystagmus nach MMR-Impfung
geschrieben von: Leonard (IP gespeichert)
Datum: 17. Oktober 2007 22:41

Mein Sohn hat im Alter von 8 Jahren eine Masern-Mums-Röteln-Impfung erhalten. In den darauffolgenden Wochen fiel auf, dass er zunehmend näher an den Fernseher heranrückte und auffällig mit den Augen zwinkerte. Eine anschließende Untersuchung beim Augenarzt erbachte die Diagnose - Nystagmus. (Eine wenige Monate vorausgehende Untersuchung beim Augenazt hatte diesen Befund noch nicht).

Es erfolgte eine Einweisung in die Klinik (Haunersche, München), bei der alle möglichen Untersuchunen durchgeführt wurden (MRT, ERG, Stoffwechsel), die jedoch keine Störungen diagnostizieren konnten - bis auf das Augenzittern an sich. Mein Verdacht auf Impffolgeschaden wurde von der Klinik angeblich an das Erlanger Institut weitergeleitet und als nicht referenziert beurteilt - etwas schriftliches habe ich jedoch nie darüber erhalten.

Die Untersuchungen wurden zur Verlaufkontrolle jährlich wiederholt und um weitere Untersuchungen erweitert. Eine Kernspintomographie lieferte ebenso wie eine molekulargenetische Untersuchung Anhaltspunkte für seine Erkrankung. Eine Rückenmarkspunktion, von der man sich weitere Aufschlüsse erhofft hatte, konnte nicht ausgewertet werden, da die Gewebeproben durch unsachgemäße Handhabung beim Transport unbrauchbar wurden. Da mein Sohn noch Wochen nach dem Eingriff Beschwerden hatte, habe ich von einer Wiederholung abgesehen.

Inzwischen ist er 12 Jahre und seine Diagnose lautet nach wie vor "Nystagmus ungeklärter Genese". Es drängt sich der Verdacht auf, dass die jährliche Wiederholung der mehrtägigen Untersuchungsprozedur uns einer Diagnose, geschweige denn einer möglichen Behandlung, auch nicht näher bringen wird.

Ich würde deshalb lieber mal einen neuen Ansatz wagen und ihn einem anderen renommierten Spezialisten vorstellen. Jedoch fehlen mir hierzu die passenden Kontakte. Kann mir ja da wer aus dem Forum mit einschlägigen Erfahrungen weiterhelfen? Wäre toll!


Re: Erworbener Nystagmus nach MMR-Impfung
geschrieben von: Kaesmann (IP gespeichert)
Datum: 22. Oktober 2007 13:55

Hallo Leonard,

das ist eine aussergewöhnliche Geschichte.

Hat Ihr Junge denn über Bildverwackelungen geklagt, über springende, hüpfende Bilder, als das ganze losging?

Hatte er vor der Sache schon eine Brille? und / oder ein Schielen?

Wie ist denn jetzt die Sehschärfe?

Ist das Augenzittern deutlicher, wenn ein Auge abgedeckt wird?

vielleicht haben Sie ja noch Unterlagen, die da etwas weiterführen?

Gruss,
bk

Prof. Dr. Barbara Käsmann
Univ.-Augenklinik
Kinderophthalmologie und Low Vision
Kirrbergerstr. 1
66421 Homburg
www.albinismus.info
kaesmann@albinismus.info

Re: Erworbener Nystagmus nach MMR-Impfung
geschrieben von: Leonard (IP gespeichert)
Datum: 26. Oktober 2007 23:52

Hallo Frau Dr. Käsmann,

Danke, dass Sie sich für den Fall interessieren.

Wie gesagt, hat eine, der Impfung nur ca. 5 Monate vorausgehende Untersuchung lediglich eine leichte Sehunschärfe ergeben. Die war jedoch so gering, dass er keine Brille verordnet bekam. Ein Schielen oder Wackeln ist mir früher nie aufgefallen und wurde auch sonst von niemandem bemerkt - jedenfalls nicht, dass mich jemand darauf hin angesprochen hätte. Schielen tut er auch heute nicht.

Für ihn hat die Welt erst ab ca. diesem Zeitpunkt zu wackeln begonnen. Merkwürdig daran ist, dass er es nie von sich aus angesprochen hat. Er hat sich inzischen etwas daran gewöhnt, so dass er es nicht mehr so heftig wahrnimmt - die Umgebung wackelt für ihn jedoch immer noch. Eine psychische Verbidung ist insofern festzustellen, als dass das Zittern im Zustand seelischer Ruhe deutlich schwächer ist, als bei Aufregung, oder wenn er sich anstrengt, z.B. etwas von der Schultafel ablesen zu wollen. Leider können wir nicht immer Ferien machen....

Mein Sohn besucht eine ganz normale Schule, sitzt dort in der ersten Reihe und kommt den Umständen entsprechend eigentlich ganz gut zurecht. Die Angewohnheit mancher Lehrer, ihr ganzes Wissen an die Tafel zu schreiben zum Abschreiben für die Schüler, scheint auch heute noch unausrottbar. Mit dem ständigen Wechsel nah-fern kommt er überhaupt nicht klar. Mit anderen Worten, seine Hefteinträge kann man getrost vergessen.

Er ist auch nicht in der Lage, sich schnell bewegende Objekte zu registrieren und verfolgen zu können. Das merkt man z.B. beim Fangen von Bällen und ist auch im Straßenverkehr nicht ganz ohne. Ich habe manchmal den Eindruck, dass ihn seine Sinneswahrnehmungen überfordern und er dann lieber den Blick senkt und gar nicht hinsieht...

Unterlagen gibt es inzwischen schon ein ganzes Päckchen. Bis jetzt hat es aber noch niemand geschafft, etwas schlüssiges daraus abzuleiten.

MfG

Re: Erworbener Nystagmus nach MMR-Impfung
geschrieben von: emi (IP gespeichert)
Datum: 22. November 2008 23:27

Hallo,

bei meinem Sohn (heute 17) habe ich auch den Verdacht, dass sein Nystagmus mit einer Impfung zusammenhängen könnte. Ich habe immer aller angesagten Impfungen durchführen lassen, weil ich das für richtig hielt. Heute denke ich da anders drüber, aber ich kann die Zeit ja nicht zurück drehen.

Mein Sohn hat auf fast alle Impfungen mit einigen Tagen Fieber und Geschrei reagiert. Überhaupt war er ein ausgesprochenes Schreibaby. Und als Kleinkind war er ein Wirbelsturm im Haus. Er hatte für nichts Ausdauer, konnte sich nicht konzentrieren und nachts nicht gut schlafen. Das änderte sich als er 4 Jahre alt war.

Der Nystagmus fing bei meinem Sohn mit etwa 3 Jahren an. Genau weiß ich das leider nicht mehr, weil ich das zuerst gar nicht richtig bemerkt habe, was das passiert. Das ganze fing damit an, dass er über ein paar Monate ständig mit den Augen plinkerte und uns damit fast verrückt gemacht hat, weil er das ja nicht abschalten konnte. Der Kinderarzt meinte, dass sei einfach nur ein Tic, der würde auch wieder gehen, der Augenarzt konnte ebenfalls nichts feststellen. Doch eines Tages stellten wir fest (nicht die Ärzte), dass seine Augen sich ständig von links nach rechts bewegten. Schnelle kurze Bewegungen. Darauf hatten die Ärzte erst auch keine Antwort. Bald darauf verschwand aber das Plinkern und der Nystagmus blieb. Es dauerte allerdings noch ein paar Jahre, bis ich die Diagnose Nystagmus zu hören bekam. Auf meine Frage, woher das denn käme, sagten mir alle Äzte (ich war bei mehreren inzwischen) dass das angeboren sei und eben erst mit 3 Jahren sichtbar wurde. Ich glaub das bis heute nicht.
Leider ist mein Sohn inzwischen auch noch kurzsichtig (wie mein Mann und ich auch). Wenn er grad eine neue Brille hat, kommt er auf 80 % Sehkraft. Aber das hält nur ungefähr ein oder zwei Monate an. Er kommt damit aber sonst ganz gut klar. Er selbst merkt von dem Zittern nichts, hat aber in der Schule auch Schwierigkeiten von der Tafel abzulesen. Aber am Computer kommt er gut zurecht. Schnelle Bilder machen ihm keine Probleme.
Mich würde sehr interessieren, ob andere ähnliche Zusammenhänge mit Impfungen bemerkt haben.

Emi

Re: Erworbener Nystagmus nach MMR-Impfung
geschrieben von: Leonard (IP gespeichert)
Datum: 11. März 2019 21:53

Hallo,

habe gerade ein (Werbe-) Video gesehen, über Ergebnisse einer dänischen Forschergruppe, die einen Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung und Autismus kategorisch ausschließen. Meine Erfahrung dazu ist eine andere. Mein Sohn ist, wie oben berichtet, erst relativ spät mit 8,5 Jahren MMR-geimpft worden. Bis dahin war er kerngesund, hat nicht einmal die üblichen Kinderkrankheiten bekommen, hat alle U-Untersuchungen durchlaufen - stets alle ohne Befund.

Dann kamen die Impfung (5-fach + MMR), weil der Kinderhort das so verlangte. Unmittelbar auf die Impfung bekam er hohes Fieber und konnte nicht in die Schule. Es ging jedoch schnell zurück. Dafür entwickelte innerhalb weniger Wochen einen ausgeprägten Nystagmus. Kein Unfall, Sturz oder dergleichen, was man sonst noch alles unterstellen könnte.

Inzwischen ist mein Sohn erwachsen, 23 und hat so viele Untersuchungen von Experten (und solchen die sich so nennen) hinter sich, dass kein Arzt seine dicke Akte mehr anfassen mag. Helfen konnte ihm aber keiner. Im Gegenteil - seine Symptome haben sich im Lauf der nun immerhin 15 Jahre langsam verschlimmert. So hat er nun auch Gleichgewichtsstörungen, einen schwankenden Gang - und leicht autistische Züge.

Natürlich wurden auch viele Untersuchungen in Richtung genetischer Ursachen unternommen - alle ohne Ergebnis, so dass das Fazit des zunächst behandelnden Professors war, dass es außer dem zeitnahen Zusammenhangs mit der Impfung keinen anderen Anhaltspunkt gäbe.

So waren wir schließlich auch vor Gericht, weil mein Sohn seitdem schwerbehindert ist und ihm beruflich nicht viele Möglichkeiten offenstehen, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Der gerichtlich bestellte Gutachter - man darf ihn mit Fug und Recht als überzeugten Impfverfechter bezeichnen (Objektivität ade) - hat auch eigene Untersuchungen an seinem Klinikum vorgenommen und war zunächst sehr zuversichtlich, die genetische Ursache mittels inzwischen verbesserter genetischer Diagnostik auch beweisen zu können. Seine Untersuchungen konnten jedoch auch nicht den ersehnten Beweis liefern. Sein Gutachten schloss aber dennoch damit, dass er über die Ursache der Erkrankung nichts sagen könne, aber einen Zusammenhang mit der Impfung könne er dennoch mit absoluter Sicherheit ausschließen. Seine genetischen Untersuchungen haben zwar auch nichts erbracht - aber schließlich gäbe es ja noch viel mehr unerforschte Chromosomen und eines davon werde es schon sein.

Wichtig war ihm noch, dass der Fall meines Sohnes keinesfalls als Verdachtsfall in das Impfregister des Paul-Ehrlich-Instituts aufgenommen werde... damit man beim nächsten Fall wieder behaupten kann, dass es derartige Symptome noch nie im Zusammenhang mit einer Impfung gegeben habe.

So, wie es aussieht, kann man meinen Sohn von ärztlicher Seite offensichtlich nicht helfen. Ich erkenne auch durchaus den Nutzen von Impfungen bei der Eindämmung von Volkskrankheiten an. Infolge berufsbedingter Reisetätigkeiten habe ich selbst alle gängigen Impfungen erhalten und nie Probleme gehabt. Wenn aber bei einigen (wenigen) Empfängern die Impfung selbst zum Auslöser einer Hirnhautentzündung mit nachfolgender Schwerbehinderung wird - aus Gründen, die noch genauso unerforscht sein mögen, wie das letzte menschliche Chromosom - dann ist es schon eine Schande für die Hersteller, dass die Betroffenen völlig im Regen stehengelassen werden und selbst zusehen müssen, wie sie sich nun mit Behinderung durchschlagen können. Damit will man nichts zu tun haben - man ist nur für die Erfolge zuständig...



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