Forum :: Kinderpsychologen.de :: Wie der Vater so die Tochter? Bitte nicht!
Kinderpsychologen.de : Forum

Kinderpsychologen.de

Diskussionsforum zur Kinderpsychologie und Verzeichnis von Kinderpsychologen in Deutschland

Hier im Forum können Sie gerne Ihre Fragen im Bereich der Kinderpsychologie stellen. Als zugelassener Kinderpsychologe können Sie sich zudem hier gerne kostenlos mit Ihrer Praxisanschrift eintragen.

Unser Forum zum Recht in Deutschland: Recht1.de [hier klicken]

 
Wie der Vater so die Tochter? Bitte nicht!
geschrieben von: Julem (IP gespeichert)
Datum: 02. Dezember 2010 12:49

Als alleinerz. Mutter bin ich mit meinem Latein am Ende.

Meine 12jährige Tochter macht mir große Sorgen. Die meiste Angst habe ich davor, dass sie die Gleich Art entwickelt wie ihr Vater. Ich weiß, dass hört sich total bescheuert an, aber dazu gibt es eine lange Vorgeschichte, die ich versuche relativ emotionslos und kurz zu fassen.

Während der 2. Schwangerschaft ging mein Mann fremd, wiederholt, wie ich später erfuhr, kurz nach der Geburt unserer 2. Tochter verließ er uns ganz. Je nachdem, welche Freundin er gerade hatte, kümmerte er bzw. Sie sich um die Kinder, als sie 3 und 5 waren, brach der Kontakt komplett ab. (mittlerweile sind die Kinder 12 und 14 Jahre). Finanziell ist es das Gleiche, nämlich nix.
Auf die Frage damals, nach Unterhalt für die Kinder (nur für die Kinder, denn für mich wollte ich allein sorgen) sagte mein Mann: ich hab mir doch gerade einen neuen BMW gekauft. Das ginge jetzt nicht, das müsste ich doch verstehen.
Heute ist es nicht anders. Vor 2 Jahren hatte ich nach etlichen Jahren mal Kontakt, da ich eine Unterschrift brauchte. Er erkundigte sich unter anderem auf welche Schule die Kinder gingen. Er hat ja nichts mitbekommen aus dem Leben seiner Kinder. Ich sagte ihm, dass beide auf das hiesige Gymnasium gingen, erwähnte außerdem, dass Lehrmittel sehr teuer wären. Daraufhin meinte er, ich solle die Kinder lieber auf die Hauptschule schicken, da würden nicht so viele Bücher gebraucht. Es hat sich nichts geändert.

Meine große Tochter litt damals nach der Trennung sehr, darum suchte ich eine Beratungsstelle auf, in der eigentlich mehr ich therapiert wurde. Was auch sehr positiv war, denn fehlerlos bin ich auch nicht, und Hilfe brauchte ich sicher auch dringend.
Der Mann weg, ich alleine mit einem fast 2 jährigen Kind und einem Säugling, aus der Wohnung musste ich raus, kein Geld, und wütend ohne Ende.

Ein Satz des Therapeuten ist mir sehr in Erinnerung geblieben: Gute Frau, ihr Mann kann da gar nichts für. Sie sehen jemanden, und merken, fühlen ob es demjenigen gut geht oder nicht. Es gibt Menschen, die fühlen das nicht. Die haben überhaupt kein Bewusstsein für das, was die dem mit ihrer Art Anderen antun. Die merken das nicht, darum haben die auch kein schlechtes Gewissen und werden auch nichts ändern.
Auf die Frage, wie man denn dieses ändern könnte gab es nur ein schultern zuckendes: gar nicht.

Es hat gedauert, bis ich diesen Satz verstanden und verinnerlicht habe. Ich konnte etwas mehr verstehen, warum er vielen Anderen und mir so wehgetan hat, ohne auch nur den Ansatz eines schlechten Gewissens zu zeigen. Ich hatte kein Mitleid oder Verständnis für ihn, aber mir half es, die Wut zu verarbeiten.

Aber jetzt sehe ich die gleichen Situationen in meiner kleinen Tochter. Die versteht gar nicht was ihr vermitteln will. Ich weiß nicht, wann sie die Wahrheit sagt, so viel hat sie gelogen. Permanent beklaut sie die große Schwester mit einer dreisten Selbstverständlichkeit, das ist ohne Worte. Fast alle Mitschüler in ihrer Klasse hat sie durch ihre Art verprellt. Jetzt will sie die Klasse wechseln, sieht aber nicht ein, dass sie alle Probleme immer und überall hin mitnimmt, wenn sie so weitermacht. Mittlerweile schreibt sie nur noch fünfen, so muss sie die Klasse wechseln.

Das Schlimmste ist: bei mir kommen alle Gefühle von damals, bei denen ich dachte ich hätte sie verarbeitet, wieder hoch.
Und das ist für uns beide nicht hilfreich.

Jetzt endlich meine Frage: Ist dieses Verhalten wirklich so? Fühlen die Menschen nicht, wie sie sich selber und Andere ins Unglück stürzen?
Ist so etwas erblich?

Was kann ich tun???

Beim Jugendamt habe ich angerufen, und die sagten mir nur es gäbe eine Wartezeit von wenigstens einem halben Jahr. Hilft mir jetzt unheimlich.

Liebe Grüße

Julem





In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Benutzer schreiben.