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Sexueller Missbrauch???
geschrieben von: Tabea (IP gespeichert)
Datum: 19. November 2006 19:15

Ist es ein Anzeichen für sexuellen Missbrauch, wenn ein Grundschulkind oft Bauchschmerzen hat ohne organische Ursache, wund ist im Genitalbereich und eine Teilleistungsschwäche (Dyskalkulie) hat? Wie kann ich mehr herausbekommen?

Re: Sexueller Missbrauch???
geschrieben von: MIL (IP gespeichert)
Datum: 20. November 2006 01:00

Hallo!

Ich gehe davon aus dass es ein Mädchen sein sollte?

So wie ich aus deiner Beschreibung es rauslesen konnte, denke ich dass es schon ein Zeichen für ein Mißbrauch sein könnte.

Hat er/sie nichts gesagt, dass er/sie neue Person kennengelernt hat?

Frag mal, ob er/sie jemandem kennengelernt hat oder mit wem er/sie sich immer trifft.

Oder natürlich direkt ansprechen, ob da irgendjemand ihn/sie an bestimmten Stellen anfasst oder auch was anderes tut. Wenn die Teilleistungsschwäche rasch und ohne Grund kam (Umzug, Todesfall, Scheidung, Zerbrochene oder Neuangefangene Liebe) dann sollte auf jeden Fall irgendwas passiert sein was das Kind einfach nicht einfach so vergessen kann. Man kann auch das Kind zum Arzt mitnehmen damit der Arzt nachschaut ob es wirklich ein Mißbrauch sein konnte. Es könnte aber irgendwas sein, was Organisch gar nicht zu erkennen ist. Bei uns in Pforzheinm gab es einen Fall wo ein 15-Jähriger seine 4-Jahre-Alte Nachbarin an der Scheide geleckt hat. Das Mädchen hat glücklicherweise alles erzählt, wer weiß was später passieren konnte...


Gruß, Igor Myroshnichenko

Re: Sexueller Missbrauch???
geschrieben von: MIL (IP gespeichert)
Datum: 20. November 2006 23:28

Hallo nochmal! Ich habe mich wegen deiner Frage bei den Kollegen bei der Polizei schlau gemacht (bin selber beim Deutschen Roten Kreuz tätig):




Kindern fällt es sehr schwer,
über das Erlebte zu sprechen.
Deshalb gilt: Wenn Kinder
spontan von sexuellen Übergriffen
berichten, dann haben sie
mit großer Wahrscheinlichkeit
einen sexuellen Missbrauch
erlebt!

Hinzu kommt der Druck durch
den Täter, der mit allen Mitteln
versucht zu verhindern, dass
das Kind sich jemandem anvertraut.
Der Zwang, das schreckliche
Geheimnis zu bewahren,
belastet betroffene Kinder in
höchstem Maße.
Auch wenn Kinder selten darüber
reden (können), was ihnen
angetan wird, so sendet doch
jedes Kind in einer solchen
Situation Signale aus und
reagiert mit Verhaltensänderungen.
Zwar sollte man
bei solchen Verhaltensauffälligkeiten
nicht vorschnell auf
sexuelle Gewalt schließen, aber
je mehr der nachfolgenden
Symptome das Kind aufweist,
um so wahrscheinlicher wird
oder wurde es sexuell missbraucht:

Schlafstörungen, Bettnässen,
Bauchschmerzen, Sprachstörungen,
Rückfall in Kleinkindverhalten,
gestörtes
Essverhalten, auffallende
Angstzustände, Schulschwierigkeiten,
Festklammern,
erhöhtes Sicherheitsbedürfnis,
Rückzug in Phantasiewelten
bis hin zum Lügen,
Kontaktlosigkeit, keine
Freundschaften, Angst vor
Erwachsenen. Bei älteren
Kindern kann es auch zum
Alkohol- und Drogenmissbrauch
und zu wiederholten
Straftaten kommen, insbesondere
zu Diebstählen.
Relativ sichere physische
Anzeichen für einen sexuellen
Missbrauch sind auch Unterleibsverletzungen,
Blutergüsse
und Bisswunden im
Genitalbereich sowie
Geschlechtskrankheiten.




Ich hoffe, ich konnte dir hiermit ein wenig Helfen ;o)



Gruß, Igor Myroshnichenko



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