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massive Integrationsprobleme in die KiGa-Gruppe
geschrieben von: Birgit (IP gespeichert)
Datum: 10. Mai 2005 23:54

Unser Sohn Christopher (fast 6) hat Schwierigkeiten sich in seiner Kindergartengruppe zu integrieren. Er benutzt seine überschäumende Phantasie, um sich aus – für ihn – unangenehmen Situationen heraus zu winden. Seine Phantasiewelt ist sein Schutzwall, den er aufbaut und sie schützt ihn vor Einsamkeit und Langeweile (leider nicht immer).
Die Erzieherinnen meinen er hätte ein mangelndes Selbstwertgefühl und wirke immer extrem blass und traurig.
Gesundheitlich konnten vom Kinderarzt keine Probleme festgestellt werden und zuhause wirkt er auf uns nicht ungewöhnlich traurig. Mitunter stellen wir jedoch auch Probleme beim Spielen mit anderen Kindern fest.
Er hat einen großen Wortschatz und kann sich sehr gut ausdrücken. Christopher erfindet immer neue Geschichten. Diese Geschichten finden jedoch kein Ende (vor allem mit Zuhörern) und die Handlung ist meist wild und wirr. Kinder aus seiner Kindergartengruppe lassen ihn meist irgendwann stehen („Du spinnst ja“, „du lügst“, „Hör auf mit Deinen Märchen“, „halt endlich die Klappe“, etc.). Auf Zurückweisung reagiert er mit schimpfen (auf den Kopf hauen) oder mit Resignation, in jedem Fall zieht er sich zurück. Wir möchten seine Phantasie nicht unterdrücken oder gar zerstören, aber wir wären für Tipps dankbar, wie sie sich etwas kanalisieren ließe.
Die Erzieherinnen sind auch überfordert, und wissen keinen Rat. Christopher ist unglücklich und will nicht mehr gerne in den Kindergarten gehen.

Unser Sohn möchte alles perfekt machen und flippt auch leicht aus, wenn etwas ihm nicht so gelingt, wie er sich das vorstellt. Auch Kritik bzw. Lob in Verbindung mit konstruktiver Kritik/Korrekturen erzeugt Wutausbrüche. Bei Wutausbrüchen schlägt er sich selbst auf den Kopf. Überreaktionen erfolgen auch z.B. wenn er beim Spielen verliert, wenn er Sachen verliert,etc.

Christopher ist sehr sensibel, macht sich viele Gedanken, mit denen sich ein Fünfjähriger nicht belasten sollte (Papst-Tod, -wahl, Feinstaub, ...). Wir achten seit geraumer Zeit darauf, solche Informationen möglichst von ihm fernzuhalten.

Hinzu kommt Eifersucht auf seinen kleinen Bruder (2) („den lobt ihr mehr“, „das kann ich auch, sogar viel besser“, etc.). Daraus resultiert manchmal ein „keiner mag mich“, obwohl wir beide Kindern häufig loben, knuddeln und sagen, dass wir sie lieb haben.
Früher folgte dann auch manchmal die Bemerkung „immer bin ich der Dumme“. Allerdings habe ich ab und zu den Eindruck er setzt diese Äußerungen bewusst ein, um Aufmerksamkeit zu erhalten.

Seit einem Schienbeinbruch (traumatisch: starke Schmerzen beim Eingipsen), der ihn sieben Wochen lahm legte (sechs davon ohne Kindergarten), eskalierte das Ganze noch. Hinzu kamen Ängste z.B. vorm Alleinsein, vor Bienen/Wespen, vorm Aufzugfahren (er steigt in keinen mehr, er könnte ja stecken bleiben), die sich nur sehr langsam/wenn überhaupt legen.

Mein Mann und ich sind ratlos und für jeden Tipp dankbar.





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