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große Trauer nach Eileiterschwangerschaft
geschrieben von: derkleineengel (IP gespeichert)
Datum: 16. Februar 2007 16:24

Ich muss jetzt einfach mal jemandem mein Herz ausschütten. Ständig habe ich nämlich das Gefühl, nach außen stark sein zu müssen und nur ja keinem zu zeigen, wie es mir tatsächlich geht... :-(

Am 05.02. bin ich ins Krankenhaus gekommen mit dem Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft. Noch während der Untersuchungen ist scheinbar die Eileiter geplatzt, ich hab höllische Schmerzen bekommen und auf einmal ging alles ganz schnell. OP wurde vorbereitet und zwei Stunden später war alles vorbei.... Der rechte Eileiter wurde entfernt und ich hab wohl eine ganze Menge Blut (ca. 500 ml) in den Bauchraum verloren.

Inzwischen bin ich wieder zu Hause, aber mehr als nur traurig! Mein Mann nimmt an der ganzen Sache überhaupt keinen Anteil, spricht auch nicht mit mir über meine Gefühle. Ich fühle mich total von ihm im Stich gelassen und könnte nur heulen. Bin sonst ein Mensch, der die Probleme direkt angeht und auch immer wieder auf die Füsse gefallen ist. Aber diesmal hab ich das Gefühl einfach nicht mehr weiterzukommen.... Hab Angst vor allem, was noch auf mich zukommen könnte. Und vor allem bin ich traurig und enttäuscht, wie mein Mann reagiert. Warum lässt er mich so alleine????

Re: große Trauer nach Eileiterschwangerschaft
geschrieben von: schnucki221 (IP gespeichert)
Datum: 22. Februar 2007 19:05

Hallo,

erstmal es tut mir sehr Leid, das auch Du diese Erfahrung machen mußtest. Auch ich hatte im November letzten Jahres eine Eileiterschwangerschaft und auch ich hatte schon viel Blut im Bauchraum. Ich brauchte lange bis ich das alles verarbeitet hatte und auch heute noch denke ich oft an diese Zeit.
Das Dein Mann keine Anteilnahme zeigt, finde ich echt traurig für Dich da Du ihn ja jetzt dringend brauchst. Vielleicht kann er das auch nicht so zeigen, Männer sind da ein bißchen anders als Frauen.
Suche einfach das Gespräch mit ihm und frage, warum er so verschlossen ist.
Wichtig ist das Du redest, mit Freunden, Familie etc. Ich habe daraus nie ein Geheimnis gemacht und gemerkt ich stehe mit dem Problem nicht alleine da. Viele hatte schon eine Fehlgeburt oder Eileiterschwangerschaft. Hast Du schon Kinder??
Wenn Du Lust hast können wir uns auch gerne per E-Mail schreiben. Sag einfach Bescheid ich gebe Dir dann meine Adresse.
Ich wünsche Dir noch alles Gute.
Gruß Maren

Re: große Trauer nach Eileiterschwangerschaft
geschrieben von: wolfi (IP gespeichert)
Datum: 23. Februar 2007 11:45

Lieber kleiner Engel,

leider musste meine Frau im letzten Jahr eine vergleichbare Erfahrung machen. Schon seit längerer Zeit wünschten wir uns beide Kinder. Wegen der Symptome, mit der die Eileiterschwangerschaft einherging, fielen wir beide in der Notaufnahme aus allen Wolken, als wir überhaupt von der Schwangerschaft erfuhren. Wegen des weiteren Behandlungsverlaufes musste meine Frau relativ lange im Krankenhaus auch noch nach der OP bleiben. In dieser Zeit hat sie sehr viel Vertrauen in mich verloren. Auch sie fühlte sich von mir im Stich gelassen. Heute - nach vielen Gesprächen - weiß ich, dass ich insofern als Ehemann versagt habe. Ich war der Meinung, für meine Frau der starke an ihrer Seite sein zu müssen, derjenige, der sich emotional im Griff hat. Da in dieser Zeit bei mir beruflich einige wichtige Veränderungen anstanden, sah ich mich gegenüber meiner Frau in der Pflicht, alles zu tun, damit zumindest aus diesem Bereich für uns beide kein Ungemach droht. Ich wollte versuchen, alle Sorgen möglichst von ihr fernzuhalten, damit sie sich ganz auf ihre körperliche und seelische Genesung konzentrieren kann. Gleichzeitig habe ich durch verstärkte eigene Aktivität versucht, das Geschehene für mich selbst bei Seite zu schieben und meine Gefühle möglichst zu unterdrücken. Was hilft es meiner Frau, so dachte ich, wenn ich anstatt sie zu trösten, bei ihr sitze und selbst nur noch weine. Meine Tränen habe ich lieber alleine für mich geweint. Ich dachte, dass ich damit meiner Frau helfe.

Weit gefehlt, wie sich später herausstellte.

Die Frage, warum Ihr Mann Sie so alleine lässt, kann ich Ihnen leider nicht beantworten. Dazu ist mir Ihre Situation nicht bekannt.

Welcher Typ Mensch ihr Mann ist, weiß ich natürlich auch nicht. Deswegen kann das Nachfolgende verkehrt sein. Gleichwohl ist es jedoch häufig so, und bei mir war das nicht anders, dass "mann" selbst versucht der Starke zu sein, und deshalb vor dem unlösbaren Problem und all der Emotionalität, die damit einhergeht, wegläuft. Lieber widmet man seine gesamte Tatkraft verstärkt anderen Aktivitäten und schiebt sich letzten Endes selbst auf die Seite. Jeder Partner versucht so auf seine Weise nach seinen eigenen Lebenserfahrungen mit dem Problem und der Trauer klarzukommen.

Darüber hinaus dürfen Sie auch nicht vergessen, soweit diese Eileiterschwangerschaft die erste in Ihrer Beziehung war, dass alles das, was Sie jetzt durchmachen, die Angst und die Trauer, auch die Wut möglicherweise, die in Ihnen steht, für Ihren Mann unbekanntes Neuland ist. Grundsätzlich ist für einen Mann alles, was ab dem Bauchnabel der Frau abwärts inwendig passiert, eine terra incognita. Die seelisch - psychischen Auswirkungen verlassen zwangsläufig jeden Erfahrungshorizont eines Mannes.

Vielleicht kommt Ihr Mann mit dem Verlust, soweit er sich dieses Kind ebenfalls gewünscht hat, nicht klar.

Soweit er sich kein Kind gewünscht hat, ja sogar ihm vielleicht unliebsam gewesen wäre, ist er möglicherweise froh, dass die Schwangerschaft ein Ende gefunden hat. Aber dann weiß er auch, dass er Ihnen das so niemals zeigen dürfte.

Vielleicht hat er auch Angst davor, mit Ihnen überhaupt darüber zu sprechen, weil er nicht weiß, was er Ihnen sagen soll, wie er Ihnen helfen kann. Häufig damit einhergehend ist auch, dass er möglicherweise Ihre momentanes Gefühlsleben nicht versteht. Trauer und Entäuschung mag er ansatzweise verstehen, aber nicht die Dimension, die es jetzt zurecht bei Ihnen einnimmt.

Letzteres, so meine Vermutung, dürfte mit der tragende Grund für sein Verhalten sein. Heute weiß ich, was meiner Frau damals geholfen hätte und was sie von mir erwartet hätte. Das herauszufinden hat aber lange gedauert. Nehmen Sie es bitte Ihrem Mann nicht übel, wenn er Sie alleine lässt. Wahrscheinlich hat auch er ein großes Problem. Es könnte für Sie beide eine Hilfe sein, wenn Sie ihm gegenüber zum Ausdruck bringen, was Sie jetzt brauchen und von ihm erwarten. Nutzen Sie dabei aus, das wir Männer lieber gerne Probleme aktiv lösen wollen. Wenn Sie beispielsweise einfach Nähe zu ihm in Gesprächen über das Geschehene und Erlebte, Ihre Trauer und Angst, auch mit Blick auf die Zukunft, suchen, so sagen Sie ihm doch, dass Sie beispielsweise einmal raus aus der "Kummerhöhle" wollen. Lassen Sie ihn ein WOchenende irgendwo, wo Sie beide abschalten können und Ruhe haben, organisieren. Dann kann er für Sie etwas tun, von dem er weiß, dass es Ihnen gut tut, gleichzeitig werden Sie auch dort, fernab von Sofa, Fernseher, Telefon und Arbeit einige Stunden haben, in denen Sie über alles, was Sie bewegt, sprechen können. Ja sogar schon vorher wird sich sicherlich die Gelegenheit bieten, mehr miteinander zu sprechen. Dies ist aber nur ein Vorschlag. Es kann natürlich sein, dass in Ihrer Situation ein anderes besser wäre. Gehen Sie aber davon aus, dass Ihr Mann selbst nicht weiß, wie er mit dem Geschehenen für sich und mit Ihnen umgehen soll. Das muss er jetzt für sich und mit Ihnen lernen. Das müssen Sie jetzt lernen.

In dieser Lage hat aber meiner Frau die Unterstützung und Hilfe einer Thearpeutin großen Nutzen gebracht. Hier konnte sie auf eine Weise das Geschehene besprechen und verarbeiten, wie es mit mir zusammen nicht möglich gewesen wäre. Das hat zwar unsere Gespräche nicht ersetzt (sollte es auch nicht), aber es hat meiner Frau geholfen, anders auch mit mir zu sprechen. Da ich wusste, dass sie dort Hilfe bekommt, konnte ich auch von unbestimmten Ängsten und Sorgen befreit offener mit ihr sprechen und mich damit auch ihr gegenüber besser öffnen.

Alles das zu verarbeiten hat aber für uns beide sehr lange gedauert. Und an dem Punkt, an dem wir jetzt stehen, ist es auch noch nicht vorbei. Aber wir haben auch lernen müssen, dass das für uns beide Zeit braucht. Leider stehen Sie beide hier noch relativ am Anfang. Deswegen bitte ich Sie, auch ihrem Mann Zeit zu geben. Sollte er das gleiche durchmachen, was damals in mir vorging, wird er auch noch ein bißchen Zeit brauchen.

Mit lieben Grüßen und den besten Wünschen für Sie beide

Wolfi



Re: große Trauer nach Eileiterschwangerschaft
geschrieben von: yvonne2009 (IP gespeichert)
Datum: 28. Juli 2007 00:22

Hallo!

Ich weiß ich bin ein bisschen spät mit meinem Eintrag aber ich habe dieses Forum jetzt erst gefunden.
Ich kann dich sehr gut verstehen "derkleineengel". ich habe im August 2006 auch eine ESS (6 SSW) gehabt.
Mein Eileiter war verklebt und da das ei schon zu groß war,ist mein Eileiter gerissen und jetzt habe ich leider nur noch einen. Bei mir war es der linke.
Als ich das hier gelesen habe wurde ich traurig und habe angefangen zu weinen.
Nicht nur das ich ja mit dem verlust fertig werden muß sondern habe ich auch das Problem das mein Mann keinen Ton darüber verliert.
Ich habe versucht mit ihm darüber zu reden,aber er hat nur gesagt warum soll er traurig sein oder darüber reden,es ist passiert und man kan ja nichts dran ändern.
Es ist jetzt fast ein Jahr her und ich wünsch mir so sehr noch ein Baby nur leider klappt es nicht. Ich habe schon das gefühl das ich nicht mehr schwanger werde. Ich habe zwar eine kleine Tochter (1,5 Jahre) aber der Verlust schmerzt so sehr.
Ich weiß garnicht was mehr überwiegt,die Angst sowas nochmal,weil dann ist es bei mir vorbei mit Kinder oder der Wunsch nach noch einem Baby.
ICh bin sehr froh das ich meine Maus habe weil ich auch weiß das wenn sie durch den Eileiter gekommen wäre dann wäre sie nicht da.
Vieleicht kann mir ja einer Mut machen und mir sagen wie ich nochmal schwanger werde und wie ich damit fertig werden soll. Kinder sind für mich das schönste. Ich hatte 2001 schon zwei Fehlgeburten gahabt und jetzt noch die eileiterschwangerschaft und den verlust des eileiters.







liebe Grüße

Yvonne

Re: große Trauer nach Eileiterschwangerschaft
geschrieben von: Sternchen (IP gespeichert)
Datum: 10. Oktober 2007 20:32

Hallo!
Tja, jetzt bin ich leider an der Reihe. Irgend einen muss ich es jetzt sagen, weil es keiner weiß. Vor ein paar Wochen hatte ich eine ESS. Und wurde auch schon operiert. Ist alles gut verlaufen, konnte auch schon nach zwei TAgen nach Hause gehen. Keiner weiß es auch nicht mein jetziger Ex-Freund. Ich bin in eine Klinik gegangen die nicht hier bei mir in der Nähe war, weil mich zu viele Leute kennen und dann geht es warscheinlich rum wie ein Lauffeuer und das wollte ich nicht, das mich irgend jemand darauf anspricht. Ich glaube dann würde meine Fassade zusammen brechen. Ich war in der 7. Woche wo es festgestellt wurde und dann ging auch alles ziemlich schnell. Schwangerschaftstest war positiv und dann bekamm ich nach drei Wochen tierische Unterleibsschmerzen und auch leichte Blutungen. Ich überlege ob ich es meinem Ex-Freund noch sagen soll oder nicht, eigentlich ist ja alles vorbei und bringen tut es auch nichts mehr. Wir sind auch noch nicht all zu lange auseinander. Gibt es verschiedene Verfahren, wie es operiert wird? Wie war es den bei den anderen Betroffenen. Ich werde warscheinlich eine kleine Narbe am Bauchnabel zurück behalten, aber die ist wirklich minimal. kommt man damit überhaupt irgendwann mal klar, ich habe von dem gamzen nichts mehr behalten, kein Papierkram, kein gar nichts. KAnn mir einer RAt geben.
Viele Grüße an alle
Stella



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