Forum :: Eileiterschwangerschaft.de :: Eileiterschwangerschaft... ich muss mein Herz ausschütten
Eileiterschwangerschaft.de : Forum
 
Eileiterschwangerschaft... ich muss mein Herz ausschütten
geschrieben von: Denise (IP gespeichert)
Datum: 03. Februar 2007 22:23

Hallo,

ich bin gerade neu auf dieses Forum gestoßen und bin sehr froh, dass ich vielleicht jemanden gefunden habe, mit dem ich mich austauschen kann.

Ich liege gerade noch im Krankenhaus und hatte am Mittwoch meine OP.

Meine Schwangerschaft war eigentlich nicht geplant. Mein Freund und ich haben zwar nicht verhütet, aber es auch nicht gerade darauf angelegt - man könnte sagen, wir haben es "billigend" in Kauf genommen. Von meiner Seite her wünsche ich mir schon lange ein Kind mit ihm, aber er ist immer noch sehr skeptisch, da er selbständig ist und er wollte es eigentlich erst so in ca. 2Jahren. Na ja, nun war es also passiert und ich habe mich 1 Woche gequält, bis ich es ihm mitgeteilt habe. Bis dahin habe ich mich nervlich total fertig gemacht, weil ich vor 4 Jahren schon mal in der 7.Woche einen Abbruch hatte. Ich kam damals mit Schmerzen in die Notaufnahme und plötzlich konnten die Ärzte keine Herztöne mehr feststellen. Das war schon ein ganz schöner Schock und diese Angst von damals kam jetzt wieder hoch. Heute bin ich fast 32 und rein finanziell und so gäbe es wahrscheinlich keinen besseren Zeitpunkt. Ich war noch am Montag beim Arzt und der meinte, er könne noch nichts in der Gebärmutter sehen. Wahrscheinlich wäre es für eine Frucht noch zu früh - ich solle doch am 12.02. wiederkommen. Tja und dann bekam ich plötzlich am Mittwoch früh ganz leichte Blutungen. Also, wieder hin zum Arzt, voller Panik und schnell mal ab zur Untersuchung. Wieder konnte er nichts entdecken, schrieb mich zur Sicherheit aber erst einmal krank für 3 Tage. Später am Nachmittag bekam ich plötzlich unheimliche Schmerzen. Mit war, als würde mir jemand ein Messer in den Rücken stechen und der Unterleib tat höllisch weh. Die Erinnerung an damals kamen dann noch zur Panik hinzu. Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten, habe mir ein Taxi gerufen und bin in die Notaufnahme gefahren. Dort haben sie mich rasch untersucht und der Arzt sagte sofort, dass es eine Eileiterschwangerschaft links wäre. Da schon Blut im Bauch sei, wurde ich sofort eine Stunde später operiert. Das ging auch nur, da ich eh den ganzen Tag vor lauter Panik und Angst nichts gegessen hatte...

Die OP ging soweit auch gut und den Eileiter mußten sie nicht entfernen.

Tja und nun liege ich hier und weiß nicht so recht, wohin mit mir. Gestern wollte man mir plötzlich eine Frau aufs Zimmer legen, die im 4. Monat ist und ständig mit ihrer Familie telefoniert hat und erzählte, wie schön doch das Schwanger sein ist. Das habe ich nicht ausgehalten. Ich bin zu den Schwestern und habe um eine Verlegung gebeten. Zuerst dachte ich, ich wäre stark und würde das schon aushalten, aber als sie so erzählte, bekam ich einen richtigen Weinkrampf und bin völlig zusammengebrochen. Zum Glück hat man sie eine Stunde später wieder aus meinem Zimmer verlegt. Am Montag soll ich wieder nach Hause können, aber ich weiß gar nicht so recht, wo ich dann mit mir und meinen Gedanken hin soll.

Mein Freund kümmert sich wirklich rührend, aber trotzdem habe ich ein echt schlechtes Gefühl. Ich fühle mich wie ein Versager - und das schon zum 2. Mal. Ich wünsche mir so sehr eine Familie mit ihm, aber er kann das nicht so recht verstehen. Für ihn ist alles o.k.. Er erklärt mir ständig, was wir doch jetzt alles noch machen können, wohin wir noch alles reisen können und selbst, wenn es in 2 Jahren wieder schief gehen würde, könnten wir ja immer noch eine künstl. Befruchtung probieren. Aber das ist kein Trost für mich.

Meine Uhr tickt! Ich sehe überall Frauen mit ihren Babys und hätte auch so gerne dieses Gefühl, für so ein Würmchen da sein zu wollen...

Kennt Ihr das, oder steigere ich mich da zu sehr hinein?

Jetzt ist hier im Krankenhaus auch noch die Säuglingsstation überfüllt, so dass sie genau nebenan ein Mutter-Kind-Zimmer eingerichtet haben, so dass ich jetzt den ganzen Tag auch noch das Babyweinen hören und mich kaum noch vor die Zimmertür traue, weil ständig die Babys dort ein- und ausgefahren werden...

Ich habe das Gefühl, dass ich langsam durchdrehe und statt froh zu sein, dass sich mein Freund kümmert, mache ich ihm auch noch Vorwürfe, Unterstellungen und bin grundlos eifersüchtig, weil ich das Gefühl nicht loswerde, versagt zu haben. Ständig sage ich ihm, er solle sich doch eine Jüngere suchen, mit der er vielleicht nicht solche Probleme haben wird, wenn er mal so weit ist. Er nimmt mich dann zwar in den Arm und sagt mir, wie sehr er mich liebt, und dass wir das schon schaffen, aber ich unterstelle ihm dann immer, dass er mich ja nur beschwichtigen will...

Ich weiß, dass das ungerecht ist, aber ich fühle mich wirklich schlecht und durch dieses Ereignis wird meine Torschlußpanik sicher nicht weniger. Was, wenn das wieder passiert?!

Tja, es würde mich freuen, wenn mir jemand schreibt... wenn nicht, muss ich sagen, dass es aber trotzdem einfach gut getan hat, sich alles mal von der Seele zu schreiben...

Traurige Grüße
Denise

Re: Eileiterschwangerschaft... ich muss mein Herz ausschütten
geschrieben von: knuffel14 (IP gespeichert)
Datum: 05. Februar 2007 08:35

Hallo Denise!

Du Ärmste, dass du das auch mitmachen musstest. Ich kann deine Trauer gut verstehen.
Ich selbst hatte Ende Oktober eine Eileiterschwangerschaft und dabei unser Wunschkind verloren. Zum Glück habe ich schon 2 gesunde Jungs, aber der Schmerz ist trotzdem groß. Mich hatten sie auf die Entbindungsstation gelegt und auch ich hörte jeden Tag Babygeschrei. Als ich im Krankenhaus ankam und auf die Entbindungsstation musste bin ich fast zusammengebrochen vor Schmerz, danach ging es etwas besser. Mein großer Tiefpunkt kam erst zu Hause. Ich habe dann aber Gedichte für unseren kleinen Stern geschrieben und gelesen, das hat mir sehr über die Trauer hinweggeholfen. Mittlerweile geht es mir wieder ganz gut (meistens - manchmal kommt die Trauer wieder!) und wir üben wieder.
Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, lass die Trauer zu, weine, wenn dir danach ist, denn du hast ja einen kleinen Menschen verloren und das tut weh, verdammt weh. Dein Partner ist wahrscheinlich hilflos, denn er kann nichts anders tun als dir Mut zu machen und dich auf andere Gedanken zu bringen. Ich glaube es können auch nur Frauen verstehen, was es heißt ein Kind zu verlieren, die das gleiche durchgemacht haben.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

Re: Eileiterschwangerschaft... ich muss mein Herz ausschütten
geschrieben von: cent419 (IP gespeichert)
Datum: 05. Februar 2007 09:04

Liebe Denise,
ersteinmal möchte ich sagen, dass mich Deine Geschichte unheimlich bewegt hat und dass es mir sehr leid tut, dass Du diese Erfahrungen machen musstest. Ich kann sehr gut verstehen, was Du derzeit mitmachst, insbesondere auch Deine Schilderungen aus dem Krankenhaus. Ich hatte ja, wie ich in anderen Beiträgen schon geschrieben habe, auch eine Eileiterschwangerschaft Ende September - ich war damals noch 33 Jahre alt. Ich lag ebenfalls auf der Säuglingsstation und hatte panische Angst davor, dass ich eine Schwangere aufs Zimmer gelegt bekomme. Ich finde es auch einfach ein Unding, dass man Dir das angetan hat.
Trotzdem möchte ich Dir sagen, dass auf jeden Fall wieder bessere Zeiten kommen. Ich war Anfangs nach der Eileiterschwangerschaft auch sehr niedergeschlagen, haben permanent grundlos angefangen zu weinen und wollte unbedingt sofort wieder schwanger werden. Das hat sich nach einigen Wochen alles gelegt. Ich denke, die Schwangerschaftshormone tragen nicht unbedingt zu besserer Stimmung bei. Aber ich möchte Dir gerne Mut machen, denn wie ich bereits im Beitrag vor Deinem geschrieben habe, bin ich nach genau drei Monaten Wartezeit wieder schwanger geworden und alles ist diesmal gut. Ich bin auch davon überzeugt, dass Dein Freund einer weiteren Schwangerschaft diesmal positiver entgegen sieht, insbesondere da er doch sieht wie schwierig die Situation für Dich ist. Lass Deine Wunden erstmal heilen und dann fangt nochmal von Vorne an. Ich bin überzeugt, alles wird gut. Ich habe bereits eine Tochter, bei deren Geburt ich fast gestorben bin, da ich durch eine Gestose ein sog. HELP Syndrom bekommen habe, was mein Arzt zum Glück schnell erkannt hat. Aber er konnte es nicht fassen, dass ich dann auch noch mit der Vorgeschichte ne Eileiterschwangerschaft bekomme. Ich schreibe Dir das nur, da Du ja leider auch noch einen Abgang hattest vor ein paar Jahren. Beim nächsten Mal wird bestimmt alles gut und dann steht Dein Freund auch voll dahinter und Du kannst ihm direkt freudestrahlend von einer neuen Schwangerschaft berichten.
Ich drücke Dir die Daumen!
Ganz liebe Grüße und Kopf hoch,
Andrea

Re: Eileiterschwangerschaft... ich muss mein Herz ausschütten
geschrieben von: Vega (IP gespeichert)
Datum: 06. Februar 2007 18:29

Hallo Denise

Es tut mir sehr Leid, was Dir passiert ist. Ich fühle ganz fest mit Dir. Gerne möchte ich Dir mitteilen, dass ich Dich sehr gut verstehe. Wenn man sich ein Baby wünscht und es verliert oder man aus irgendwelchen Gründen keins haben kann, gibt es nichts schlimmeres, als ständig schwangere Frauen oder Mütter mit Ihren Babys zu sehen, und dabei an das eigene Schicksal erinnert zu werden. Ich denke schon, dass man sich dann in etwas reinsteigert, aber meiner Meinung nach, ist das ganz normal, und ausserdem macht man es ja nicht extra. Das können halt nur Menschen verstehen, welchen es ähnlich geht wie Dir und mir.
Übrigens finde ich es haarstreubend, dass Du im Krankenhaus mit einer schwangeren Frau das Zimmer teilen musstest und Du die Säuglinge hören konntest. Bei mir wurde die ES Anfangs November 06 operiert, und ich lag auf einer ganz anderen Station danach. Ich hätte es auf keinen Fall ertragen, Babys zu hören. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass es sowas gibt.
Ich wünsche Dir, dass es Dir bald besser geht und du Deinen Freund überzeugen kannst, damit Ihr bald ein Baby bekommt. Bitte fühle Dich nicht wie ein Versager, Du kannst für das was passiert ist nichts dafür. Liebe Grüsse und Kopf hoch

Vega

Re: Eileiterschwangerschaft... ich muss mein Herz ausschütten
geschrieben von: Denise (IP gespeichert)
Datum: 08. Februar 2007 20:27

Hallöchen Ihr Lieben,

vielen Dank für Eure lieben Worte. Das ist genau das, was ich derzeit brauche. Mein Freund ist zwar sehr bemüht, aber dadurch, dass die Schwangerschaft nicht wirklich geplant war, habe ich ständig das Gefühl, dass es ihm ganz gut in den Kram paßt. Sicher bin ich ungerecht zu ihm, er kümmert sich auch um mich und ist sehr lieb, aber ich bin trotzdem unzufrieden. Fast alle hier schreiben, dass sie es nach 3 Monaten wieder neu versuchen werden. Das ist keine Option, die in meinem Fall zutrifft. Erstens, weil unsere Familienplanung erst in 2 Jahren losgehen sollte (jedenfalls, wenn es nach meinem Freund geht) und zweitens, weil ich solche Panik habe, dass das wieder passieren könnte, so dass ich mich langsam mit dem Gedanken anfreunde, dass ich mich evt. lieber künstl. befruchten lasse. Also erst alles im Reagenzglas und ich lasse mir das Würmchen dann einpflanzen, so dass wenigstens auf dem Weg in die Gebährmutter nichts mehr schief gehen könnte. Diese Panik davor ist einfach zu groß. Findet Ihr das albern, zu panisch, oder kann das jemand verstehen? Ich glaube, ich könnte diese Wartezeit nicht noch einmal durchstehen - diese Angst, diese Geduld, die ich aufbringen müßte...

... bin wohl ganz schön verwirrt und panisch...

@Knuffel14, Vega: Eure Worte haben mir super gut getan. Wenn´s mir schlecht geht, lese ich mir einfach nochmals Eure Antwort durch...

@Cent419: Ich wünsche Dir alles, alles Gute für Deine Schwangerschaft und hoffe, dass dieses Mal alles gut verläuft und Du eine wundervolles Baby bekommst...


Danke schön nochmals
Denise

Re: Eileiterschwangerschaft... ich muss mein Herz ausschütten
geschrieben von: Sternchen (IP gespeichert)
Datum: 14. Oktober 2007 19:55

HAllo!
Ich bin auch neu in diesem Forum, habe auch eine ESS hinter mir und komm im mOment überhaupt nicht klar mit der Situation. Es ist jetzt schon ca. 7 Wochen her, war direkt danach wieder arbeiten, war warscheinlich ein Fehler. Anscheinend braucht man Zeit um das zu verarbeiten, die hab ich jetzt, habe mir nämlich Urlaub genommen. Auf meiner Arbeit konnte ich an nichts anderes denken und bin ein bißchen unausstehlich geworden. Versuche damit klar zu kommen, aber dabei bin ich alleine. Mein Freund, jetzt Ex -Freund, weiß nichts davon. Ich weiß nicht, ob ich es ihm jetzt noch sagen soll? Bringt das noch was?

Liebe Grüße
Stella



In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Benutzer schreiben.