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Eileiterschwangerschaft zu Weihnachten
geschrieben von: coolgraefin (IP gespeichert)
Datum: 07. Januar 2007 22:11

Es begann alles mit ziemlich viel Müdigkeit. Normalerweise bin ich nicht der Mensch der nach kleinsten Anstrengungen total erschöpft ist aber vor 8 Wochen begann dies. Ich konnte mir das nicht erklären, auch nicht als Übelkeit hinzu kam. Schließlich hatten wir ja beim Sex verhütet und Kinder waren für uns im Moment kein Thema. Erst als ich am Dienstag nur aus Instingt einen Test machte erfuhr ich die Wahrheit über meine Beschwerden. Ich war in der 6 Woche schwanger. Ich fuhr zum Frauenarzt und von dem Moment an überschlugen sich die Ereignisse. Beim Ultraschall stellte man Einblutungen in die Gebärmutter fest. Es erfolgte die sofortige Aufnahme, eine OP mit Entfernung des Embryos und einer Zyste welche der Grund für die Einblutung war. Aber das reichte noch nicht. Es saß ein weiterer Embryo in meiner Gebärmutter welcher 2 Tage später mit einer Ausschabung entfernt wurde. Meine Gebärmutter konnte die Schwangerschaft nicht aufrecht erhalten. Ich lag 5 Tage in der Klinik, habe ziemlich viel Blut verloren und mein Leben steht seit dem auf dem Kopf. Es ist nichts mehr wie es war. Körperlich geht es mir besser aber der seelische Schmerz über meine 2 Kleinen ist manchmal fast unüberwindbar. Es war zwar erst die 6 Woche aber für mich war es Leben...! Ich würde mich gern mit Jemanden unterhalten dem auch so etwas passiert ist. Ich habe zwar ganz liebe Freunde aber so richtig helfen können sie mir auch nicht. Ich fühle mich im Moment ziemlich allein und mit der Situation überfordert. Ich habe in 4 Wochen Geburtstag únd werde 24 aber nach Feiern ist mir nicht zu mute...

Re: Eileiterschwangerschaft zu Weihnachten
geschrieben von: Farina24 (IP gespeichert)
Datum: 13. Januar 2007 23:11

Liebe "coolgraefin", es tut mir sehr leid, was dir passiert ist und ich kann deinen seelischen Schmerz kann ich mehr als verstehen. Auch ich habe vor einer Woche mein Embryo (für mich war es gedanklich schon mehr) entfernen lassen müssen, da ich eine Eileiterschwangerschaft hatte. Sie mussten mir auch den Eileiter entfernen, da der Embryo bereits schon zu groß war ;o(( Klar hatte ich auch sehr viel Glück, da mein Leben auch auf dem Spiel stand, dennoch traure ich sehr um den oder die Kleine, die oder der in meinem Bauch war. Und ich versuche auch immer noch eine Erklärung zu finden, warum das so kommen musste. Es wäre mein erstes Baby geworden und ich bin halt auch schon etwas älter und meine Uhr tickt auch schon...Dich hat es gleich zweimal getroffen und das ist auch sehr traurig und schwer zu begreifen, das kann ich bestens verstehen. Klar ist, dass dir sicher viele sagen, du bist noch jung und das wird noch...aber Fakt ist, dass man zwei kleine Menschenwesen verloren hat und als Frau und angehende Mutter hat man eben viel intensivere Gefühle zu dem Leben als Außenstehende. Und es ist auch wichtig, dass Frau sich Zeit lässt, sich mit dem Gedanken und mit dem verlorenen Menschenwesen auch auseinandersetzt. Man muss eben auch Abschied nehmen und hier ist eben auch jeder unterschiedlich...der eine braucht länger der andere kürzer. Ich denke du solltest deine Trauer zulassen und soviel weinen, wie du möchtest, denn das hilft, die Situation zu verarbeiten und einen Weg für sich zu finden. Denn letztendlich muss jeder selbst seinen Weg aus der Situation finden und das ist nicht so einfach. Was ist denn mit dem Vater? Steht er dir wenigstens bei oder hilft er dir? Oder bist du ganz alleine? Manchmal hilft auch schreiben...oder wie hier sich mit Leidensgenossinnen zu unterhalten, das habe ich zum Beipiel die ganze Woche viel gemacht...Und ich habe versucht, mich an die positiven Gedanken und Mut E-Mails von den Frauen zu halten und Hoffnung zu schöpfen. Auch solltest du dich mit deinem FA unterhalten und auch ihm deine Angst und Trauer mitteilen, es sei denn du hast keinen guten FA. Ich habe Glück, dass mein FA ein sehr einfühlsamer und lieber Mensch ist und mich derzeit sehr gut behandelt. Vor allem macht er mir auch Mut....und ich denke nach einer Zeit der Trauer werde ich sicher wieder mal einen Versuch starten, auch wenn ich nur noch einen Eileiter habe und schon 37 Jahre bin, denn mein Wunsch nach einem Kind ist einfach stärker als die Trauer, das weiß ich jetzt. Dennoch weine ich und traure noch viel, denn das hilft mir und meinem verstorbenen Stern. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Stärke. Du bist nicht alleine!!! Ich drücke dich (ich habe übrigens auch mein Erlebnis hier reingesetzt und auch nach Leidensgenossinnen gesucht) ;o)) Farina24



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