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Eileiterschwangeschaft und IVF
geschrieben von: Ramni (IP gespeichert)
Datum: 25. Oktober 2006 12:20

Ich habe schon einige eurer Geschichten gelesen und es tut richtig gut, zu wissen, dass es doch vielen ähnlich ergangen ist. Meine ESS ist erst eine Woche her und wenn ich auf die sogenannte Spezialistin meines IVF-Zentrums gehört hätte, wäre ich wahrscheinlich auch viel zu spät oder mit mehreren Litern Blut im Bauch in der Klinik gelandet.

Ich hatte bereits eine Woche zuvor dreimal sehr starke Unterleibsschmerzen, einmal sogar bis zur Grenze der Bewußtlosigkeit. Ausserdem hatte ich täglich immer etwas Blut. Ich rief in meinem IVF-Zentrum an und erzählte davon der Assistentin, die die Termine vergibt. Sie beruhigte mich mit den Worten, dass auf Grund der Hormonbehandlung bei einer IVF Schmerzen und etwas Blut ganz normal seien und verströstete mich auf meinen ersten regulären Ultraschalltermin, den ich in der Folgewoche haben sollte (7 SSWoche). Das hat mich zunächst auch beruhigt, weil ich mich total über meine SS gefreut habe. An eine Eileiterschwangerschaft habe ich nicht im Entferntesten gedacht.

An meinem US-Termin habe ich dann auch noch mal der Ärztin von den Schmerzen und davon erzählt, dass ich täglich etwas Blut verloren habe. Sie setzte mich dann an ein US-Gerät an und fing an zu suchen. Leider fand Sie nichts. Danach hat sie mich an ein anderes US-Gerät gesetzt aber auch da konnte sie überhaupt nichts finden. Sie zog dann noch eine Kollegin hinzu aber auch die fand nichts. Das kam mir schon alles sehr seltsam vor, weil eine SS eindeutig per Blutprobe bestätigt wurde und ich auch die typischen Anzeichen einer SS, wie Übelkeit und Brustziehen verspürte. Nachdem beide nichts gefunden hatten, schickte sie mich nach Hause mit den Worten, mich nicht weit von zu Hause zu entfernen und bei den nächsten Schmerzen sofort in die Klinik zu fahren. Das sagte sie mir, obwohl ich ihr erzählte, dass ich immer noch Schmerzen habe auch an diesem Tag. Ich war ziemlich durcheinander, weil ich mir überhaupt nicht vorstellen konnte, wie man in der 7SSW nichts erkennen kann und es hat mich völlig stutzig gemacht, dass sie mich trotz meiner Schmerzen einfach so nach Hause schickte.

Glücklicherweise war ich so geistesgegenwärtig, dass ich sofort zu meiner Frauenärtzin gefahren bin, um mich auch von ihr untersuchen zu lassen. Sie hat dann bereits bei der zweiten Handbewegung mit dem US-Gerät ein Embryo im linken Eileiter gefunden. Selbst ich konnte sehr deutlich die Herzaktivität erkennen. Sie überwies mich dann sofort in eine Klinik. Ich durfte nicht einmal mehr meine Tasche zu Hause packen, weil der Embryo schon zu gross war und die Gefahr bestand, dass der Eileiter platzt, bevor ich rechtzeitig die Klinik erreiche. In der Klinik bin ich dann nochmal vom Oberarzt untersucht worden, der ebenfalls sehr schnell die ESS und das Embryo erkannte. Innerhalb einer halben Stunde lag ich bereits auf dem OP-Tisch. Der Eileiter konnte leider nicht mehr gerettet werden, weil der Embryo bereits zu groß war. Die OP selber ist dann aber sehr gut verlaufen.

Der Oberarzt in der Klinik hat mich ziemlich unmissverständlich und schonungslos auch über die Lebensgefahr einer ESS aufgeklärt. Es war ein ziemlicher Schock für mich. Einerseits habe ich mich schon schon so sehr auf mein Baby gefreut. Andererseits war mir überhaupt nicht bewusst, was eine ESS ist und wie gefährlich sie sein kann. Ich bin so froh, dass ich auf mein Körpergefühl gehört habe und zu meiner Frauenärtzin gefahren bin. Ich bin ihr auch sehr dankbar, weil sie so fähig war, sofort die ESS zu erkennen und die richtigen Schritte in die Wege leitete.

Ich will damit nur sagen, wie unfähig diese Ärtzin aus dem IVF-Zentrum war. Sollte auch eurer Arzt nichts erkennen, dann holt euch besser eine Zweitmeinung ein, bevor ihr selber in Schwierigkeiten geratet. Ich mag mir nicht vorstellen, wie es mir ergangen wäre, wenn ich genau das getan hätte, was mir die sog. Spezialistin aus dem IVF-Zentrum empfohlen hat. Wahrscheinlch wäre ich irgendwo mit Kreislaufproblemen und Blutverlust zusammengesackt. Wie hätte ich da noch jemanden sagen können, dass ich evtl. eine ESS habe. Mein Vertrauen in diese Ärtzin ist ziemlich dahin und ich bin auch sehr sauer, weil ich das Gefühl habe, dass sie sehr leichtfertig entschieden hat und damit u. U. mich in Lebensgefahr gebracht hätte. Ausserdem kann man doch von einer sog. Spezialistin erwarten, dass sie ihr Handwerk beherrscht. Wieso konnte meine Frauenärtzin das sofort erkennen und sie, die diese Art von Behandlung sehr viel öfter macht, war nicht in der Lage dazu. Ich möchte mich auf jeden Fall über sie beim IVF-Leiter beschweren. Allein schon, um die anderen Frauen zu schützen. Hat jemand von Euch Erfahrung in diesen Dingen? Bitte meldet Euch bei mir.

Re: Eileiterschwangeschaft und IVF
geschrieben von: cent419 (IP gespeichert)
Datum: 25. Oktober 2006 13:47

Hallo Ramni,
zuerst einmal möchte ich Dir sagen, wie leid es mir für Dich tut. Da Du ja anscheinend schon länger versuchst schwanger zu werden, war der Schock mit Sicherheit ganz furchtbar. Also, ich wäre auch über Deine sogenannte Spezialistin super sauer und im Zweifel würde ich mich ebenfalls beschwerden. Aber wie Du vielleicht gelesen hast, habe ich auch gerade vor einem Monat eine Eileiterschwangerschaft hinter mir gelassen und auch mein Arzt hat völlig falsch reagiert. Hätte ich auf ihn gehört, wäre ich im Zweifel irgendwo am Gardasee kollabiert. Aber trotzdem bleibe ich bei ihm, da er mir bei meiner letzten Schwangerschaft eindeutig das Leben gerettet hat. Jedenfalls will ich damit nur sagen, dass eine Eileiterschwangerschaft wirklich sehr schwer zu erkennen ist. Ich war ja dann auch im Krankenhaus und beim Ultraschall konnte man nichts erkennen. Etwa 10 Stunden später sah man auf dem Ultraschall den Embryo im rechten Eileiter mit schlagedem Herzlein. Ich glaube, die können sich da ganz gut verstecken.
Naja, aber beschwerde Dich, dann geht es Dir bestimmt besser. Mir hat es gut getan, mit anderen Betroffenen darüber in Foren wie diesem zu reden, wobei man zum Glück nur sehr wenige trifft, denen ein ähnliches Schicksal widerfahren ist.
Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute!
Leibe Grüße
Andrea



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