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Eileiterschwangerschaft trotz Hormonspirale Mirena
geschrieben von: Kati (IP gespeichert)
Datum: 27. Mai 2006 13:34

Ich habe Angst, auch bei mir liegt eine Eileiterschwangerschaft vor.
Vor ein paar Tagen wusste ich noch nicht einmal, dass es so etwas überhaupt gibt.

Ich bin fast 37 Jahre alt und habe 2 Töchter im Alter von 10 und 12 Jahren. Meine Familienplanung war aus vielerlei Gründen abgeschlossen.

Da ich die Pille nicht vertrage, verhütete ich stets mit einer Spirale. Anfangs wurde mir eine Kupferspirale gelegt, die ich sehr gut vertrug und auch jahrelang verwendete. Als dann die Hormonspirale Mirena aus dem Hause Schering auf den Markt kam, empfahl mir mein Frauenarzt, unbedingt auf dieses höchst sichere und vorteilhafte Verhütungsmittel - mit 2facher Wirkung - umzusteigen. Er sagte, Mirena wäre der Mercedes unter den Spiralen. Nachdem ich die Info-Broschüre gut durchgelesen hatte, mein Frauenarzt mir Mirena mehr als schmackhaft gemacht hatte, entschied ich mich, mir die Mirena legen zu lassen.

Inzwischen trage ich die Hormonspirale Mirena ca. 3 Jahre. Im ersten halben Jahr hatte ich Schwierigkeiten mit Zwischenblutungen. Das war schon sehr nervig und ich hatte schon überlegt, sie mir wieder entfernen zu lassen. Ich hatte wirklich jeden 3. Tag eine Schmierblutung - und das ein ganzes halbes Jahr lang. Mein Arzt meinte, ich solle Geduld haben und verschrieb mir Tabletten.

Als das erste halbe Jahr dann aber vergangen war, war ich mehr als zufrieden. Die einzige Nebenwirkung, die ich für mich persönlich feststellte, war, dass ich vom ersten Tag des Tragens der Mirena meine Kontaktlinsen nicht mehr verwenden konnte. Meine Augen waren stets sehr trocken und gereizt, die Kontaktlinsen hafteten nicht mehr richtig. Meine Regelblutung verschwand durch die Hormonspirale dann vollständig, was ich als Geschenk empfand. Ich konnte mit meinen Kindern ins Schwimmbad, sooft und wann immer ich wollte. Auch sonst beeinträchtigte mich meine Regel in keinster Weise mehr. Das war fast wie ein klein wenig mehr Lebensqualität.
Eigentlich hätte ich die Hormonspirale Mirena zu diesem Zeitpunkt meinen Freundinnen weiterempfohlen.
Ich habe damals selbstverständlich auch negative Erfahrungsberichte gelesen. Ich persönlich war aber eher jemand, der wirklich mehr positive Dinge zu berichten wusste.

Regelmäßig ging ich zu Kontrollen und ließ den Sitz meiner Mirena überwachen. Ich habe das wirklich sehr verantwortungsbewusst und genau genommen. Mir war es sehr wichtig, nicht mehr schwanger zu werden.

Meine letzte Kontrolluntersuchung erfolgte vor ca. 15 Tagen mit zusätzlichem vaginalem Ultraschall. Bei mir saß die Mirena nahezu perfekt.
Überdies ließ ich eine Krebsvorsorge machen - alles war wunderbar in Ordnung!

Am letzten Wochenende bekam ich dann aus heiterem Himmel starke Blutungen und Rückenschmerzen. Schon ein komisches Gefühl, wenn man fast 3 Jahre überhaupt keine Regelblutung mehr hatte. Zudem hatte ich ständig Stuhlgang (ich muss dazu sagen, dass ich normalerweise nur 1-2 x Stuhlgang pro Woche habe). Montags ging ich dann gleich zu meinem Frauenarzt. Gewisse Bewegungen erzeugten bei mir Schmerzen, so dass ich befürchtete, dass meine Mirena eventuell doch verrutscht sei. Die Mirena saß aber weiterhin perfekt. Auch an meiner Gebärmutter waren keinerlei Veränderungen festzustellen. Mein Arzt tippte auf eine Entzündung am Gebärmutterhals. Er verschrieb mir ein Antibiotikum.

Ich wollte die Praxis schon verlassen, hatte ihm schon die Hand geschüttelt und sagte dabei: "Bin ich aber froh, ich hatte Angst, dass die Spirale verrutscht ist, und ich vielleicht schwanger bin!" Er lachte und sagte, dass das mit der Mirena so gut wie ausgeschlossen sei, er aber, damit ich wieder gut schlafen könne, gerne einen Schwangerschaftstest durchführe. Wenige Minuten später, wurde mir mitgeteilt, dass der Test positiv ausgefallen war, ich war schwanger.
Für mich ein Schock pur. Ich glaube, ich bin in der Praxis fast in Ohnmacht gefallen. Da klar war, dass er im Ultraschall nichts in der Gebärmutter zu sehen war, wurde ich postwendend ins Krankenhaus eingewiesen.

Inzwischen musste ich mich einer Ausschabung per Vollnarkose unterziehen.
In meiner Gebärmutter war nichts zu finden. Man entnahm mir meine Mirena und konnte sich nochmals vergewissern, dass diese perfekt gelegen hatte.

Inzwischen macht man tägliche Blutuntersuchungen bei mir und das Schwangerschaftshormon nimmt leider kontinuierlich zu. Bin nun von 600 auf 900 gestiegen. Aber die Werte sagen mir leider gar nichts. Es ist also anzunehmen, dass sich ein Ei in meinem Eileiter, in den Eierstöcken oder sogar in der Bauchhöhle eingenistet hat. Ich werde fast verrückt vor Angst.
Ich habe jetzt ebenfalls diese zellabtötende Spritze erhalten. Ich habe Angst, weil ich nicht weiss, was nun genau in meinem Körper vorgeht. Ich bin dann auch aus dem Krankenhaus entlassen worden, muss aber täglich zur Blutabnahme wieder in die Klinik.

Habe nun nochmals in der Info-Broschüre von Mirena geblättert, leider ist dort nirgendwo niedergeschrieben, was eigentlich eine Eileiterschwangerschaft ist und wie gefährlich, ja sogar tödlich das sein kann. Ich forste mich gerade durch das Internet und zittere am ganzen Körper. Ich komme mir vor wie ein kleines, unaufgeklärtes Mädchen.

Sollte die Spritze nicht wirken, werde ich wohl in den nächsten Stunden einen meiner Eileiter verlieren, denn es könnte eine lebensgefährliche Situation für mich entstehen.
Ich sitze hier quasi tränenüberströhmt am Telefon und warte auf einen Anruf, ob ich mich einer Notoperation unterziehen muss. Ich habe eben schon einmal bei meinem Frauenarzt zurückgerufen, leider ist das neue Blutergebnis noch nicht da. Gestern und vorgestern waren das Schwangerschaftshormon aber rapide gestiegen.

Ich muss noch erwähnen, dass mein Frauenarzt, bei dem ich schon 20 Jahre Patientin bin, derzeit im Urlaub ist. Im Krankenhaus waren leider nur Vertretungen. Keiner konnte mir richtig meine Fragen beantworten, die Zimmer waren überbelegt und ich hatte das Gefühl, dass sich keiner für mich richtig Zeit nimmt. Ich komme mir vor, wie ein verängstigtes Häschen, weil ich einfach Angst habe, was kommen wird.
Diese einzige Spritze hab ich auch einfach verabreicht bekommen. Richtig aufgeklärt hat man mich nicht. Ich weiss noch nicht einmal, wie lange die Spritze wirkt und wieviel Hoffnung es für mich gibt, dass ich mich nicht einer weiteren OP unterziehen muss.
Ich habe die Spritze auch nicht gut vertragen. Mir war übel und ich hatte das Gefühl, innerlich zu verbrennen. Seit 3 Tagen habe ich starken Durchfall.
Habe versucht, mich nun im Internet ein wenig über dieses Medikament schlau zu machen. Da wird z.B. immer angegeben, dass man diese Spritze 4 x bekommen sollte.

Ich bin sehr verzweifelt und fühle mich irgendwie auch unaufgeklärt. Ich hatte zuvor noch niemals gehört, dass es zu einer Schwangerschaft im Eileiter kommen kann.
Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir niemals im Leben die Mirena legen lassen. Ich habe fürchterliche Angst.
Ich kannte eben auch nur dieses Hochglanz-Prospekt aus dem Hause Schering.
Einen Beipackzettel für die Spirale wurde mir niemals ausgehändigt.
Im Hochglanzprospekt der Mirena werden Nebenwirkungen nur banalisiert. Schaut man sich aber mal Erfahrungsberichte von betroffenen Frauen unter [www.hormonspirale-forum.de] an, ist es schon sehr erschreckend.

Mein Frauenarzt hat mir gesagt, dass die Mirena nahezu 99,9 % sicher sei, so sicher, wie eine Sterilisation, sicherer, als die Pille. Er hat mir auch gesagt, dass er in 12 Jahren noch niemals einen Fall hatte, indem eine Frau trotz perfekt liegender Mirena schwanger wurde.
Inzwischen habe ich im Internet aber einige Berichte von Frauen gelesen, die ebenfalls mit der Mirena schwanger geworden sind. Eileiterschwangerschaften sowie normale Schwangerschaften.
Gibt es vielleicht auch hier Frauen, die trotz Mirena schwanger geworden sind?

In mir kommen viele Fragen auf. Was passiert in meinem Körper?
Könnte es unter Umständen sein, dass meine Mirena keine Hormone mehr abgegeben hat? Könnte ein mechanischer Defekt an meiner Mirena dies alles ausgelöst haben?
Ich habe mich inzwischen auch an die Firma Schering gewendet und angeboten, dass mein Frauenarzt meine Mirena einschickt, damit in der Forschungsabteilung einmal untersucht werden kann, ob an meiner Spirale ein Defekt vorliegt. Ich möchte, dass nicht noch mehr Frauen in diese schreckliche Lage kommen.
Vor allem möchte ich diesen Vorfall auch melden. Nur, wohin melde ich mich da? Ich möchte, dass meine Mirena-Schwangerschaft nicht einfach unter den Tisch fällt, sondern wirklich irgendwo registriert wird.
Ich kann mir inzwischen nämlich nicht mehr vorstellen, dass ein Schwangerschaftsschutz von 99.9 % besteht. Ich habe inzwischen einfach von viel zu vielen Schwangerschaften im Internet gelesen.

Ich bin seelisch wirklich in einem grauenhaften Zustand, kann noch gar nicht verarbeiten, was da eigentlich passiert ist. Heute Nacht habe ich geträumt, dass in meinem Eierstock ein Kinderkopf liegt. Schweissgebadet bin ich aus diesem Traum erwacht.
Ich fühle mich total überrollt. Mein Arzt möchte mir aus aktuellem Anlaß die Mirena natürlich auch nicht mehr legen (will ich auch nicht mehr, mein Vertrauen ist gänzlich weg) und für mich bleibt nun nur noch eine Sterilisation.


Bitte drücken Sie mir die Daumen, dass ich aus dieser schlimmen Situation halbwegs gesund wieder herauskomme.

Liebe Grüße,
Katja

Re: Eileiterschwangerschaft trotz Hormonspirale Mirena
geschrieben von: sunny2 (IP gespeichert)
Datum: 27. Mai 2006 17:23

Hallo Kati,

ich hatte zwar keine Spirale als ich die Eileiterschwangerschaft bekommen hatte, hatte aber zuvor mit einer Kupferspirale verhütet, die wenige Tage vor der Befruchtung entfernt wurde. Ich persönlich habe keine Ahnung, ob die Spirale einen Einfluß auf die ESS hatte und ob man das überhaupt sagen kann.

Ich kann verstehen, dass du dich in dieser Situation von den Ärzten allein gelassen fühlst. Aus meiner Erfahrung kann ich dich soweit beruhigen, dass bei einem beta-HCG von unter 1000 in Ultraschall fast noch nichts zu sehen ist (bei meiner jetztigen normalen Schwangerschaft hatte ich bei einem wert von 950 einen minikleinen Punkt in der Gebärmutter) bei der ESS konnte man bei einem Wert von etwa 2000 eine kleine Verdickung im Eileiter sehen, die dann operativ entfernt wurde.

Ich hoffe, dass die Spritze bei dir gut wirkt, damit dir die Operation erspart bleibt. Hier im Forum gibt es die ein oder andere, die damit Erfahrung hat.

Ich kann verstehen dass du auf den Hersteller der Spirale sauer bist. Selbst wenn eine Ess sehr selten, ist wäre ich auch gern intensiver darauf hingewiesen worden, bevor ich die Spirale bekommen hatte. Ich habe auch nirgends Zahlen gesehen wie hoch die Statistische Wahrscheinlichkeit ist, trotz Spirale (oder Danach) eine ESS zu bekommen. Hat jemand anderes da vielleicht was zu gesehen?

Alles Gute für Dich! Halt die Ohren steif!

Susanne




Re: Eileiterschwangerschaft trotz Hormonspirale Mirena
geschrieben von: Kati (IP gespeichert)
Datum: 27. Mai 2006 22:05

Danke, Susanne, für die nette Antwort.
Habe mich sehr über die ermunternden Zeilen gefreut.

Liebe Grüße, Kati

Re: Eileiterschwangerschaft trotz Hormonspirale Mirena
geschrieben von: Kati (IP gespeichert)
Datum: 28. Mai 2006 14:29

Der Hersteller meiner Spriale gibt an, dass auf 1000 Frauen, die 1 Jahr lang mit der Hormonspirale verhütet haben, 1 Schwangerschaft kommt.
Aber bei der Recherve im Internet sind mir sehr viele schwangere Frauen - trotz Spirale - begegnet.

Bei einer Kupferspirale ist die Chance wohl höher, schwanger zu werden, als bei der Hormonspirale Mirena.

Aber mir ist es leider passiert, obwohl die Spirale perfekt gelegen hat :-(

Re: Eileiterschwangerschaft trotz Hormonspirale Mirena
geschrieben von: sunny2 (IP gespeichert)
Datum: 31. Mai 2006 19:04

HI kati,

wie geht es dir denn inzwischen? Hat die Spritze gewirkt und hast du dich von dem ersten schock erholt?

Liebe Grüße

Susanne

Re: Eileiterschwangerschaft trotz Hormonspirale Mirena
geschrieben von: zitronenhaut (IP gespeichert)
Datum: 29. August 2006 22:55


Hallo Katja,

können wir uns austauschen,
auch ich bin aktuell trotz Mirena schwanger,
doch SS kann nicht gefunden werden.
Ich will Schering zur Verantwortung ziehen
und habe Zuständigen bereits gesprochen.
Bitte antworte, denn angeblich sei es ja so selten,
was uns passiert ist.
Ich bin seit letzter Woche in der absoluten Ungewissheit,
ob ESS oder nicht.
Würde mich sehr über Erfahringsaustausch freuen bis bald zitronenhaut



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