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Verdrängen?
geschrieben von: tommi (IP gespeichert)
Datum: 23. April 2006 22:02

Hallo,
ich hatte auch eine Eileiterschwangerschaft vor 4 Monaten. Ich wußte nicht, dass ich schwanger war. Meine Schwester fuhr mich ins Krankenhaus weil ich sehr starke Unterleibsschmerzen hatte (im Leben hatte ich noch niemals solche Schwerzen). Dort wurde ich sofort notoperiert. Ich hatte bereits 2,5 liter Blut im Bauchraum. Mein linker Eileiter wurde entfernt. Ich lag auf der Intensivstation und bekam Bluttransfusionen. Danach war ich noch 4 Wochen krankgeschrieben.
Eigentlich habe ich alles gut verarbeitet. Vielleicht manches auch verdrängt. Aber manchmal lese ich im Internet ähnliche Geschichten wie meine, so wie die von Euch und dann könnte ich immer noch weinen über das, was passiert ist. Es tut mir sehr leid für alle, denen sowas auch passiert ist. Die Frage nach dem Warum lässt sich nie beantworten. Darum haltet alle Eure Öhrchen steif.
Liebe Grüße
Tommi

Re: Verdrängen?
geschrieben von: Ina (IP gespeichert)
Datum: 26. April 2006 10:01

Hallo Tommi,

das tut mir sehr leid für Euch... Da gibt es keine Worte und es kann niemand verstehen was die Frauen fühlen bis auf die die es erlebt haben.

Ich selbst habe gewußt dass ich ss war, habe positiv getestet. Allerdings hatte ich Schmerzen und freie Flüssigkeit im Bauch. War dann bei meiner Ärztin und die überwies mich sofort in die Frauenklinik. Dort lag ich eine Woche, bis die Ärzte sich dann zu einer OP entschlossen haben. Mein ß-hCG stieg nämlich normal an.

Mit der Zeit sieht Frau es einfach anders als am Anfang. Ich stelle mir nicht mehr ständig die Frage warum, ich weine nicht mehr bei jedem Gedanken und ich weiß dass es unserer Pillepocke (so nannte mein Mann unsere Kleine, ich fühlte das es ein Mädchen war) gut geht da oben. Vergessen, verdrängen werden wir es nie, das möchten wir auch nicht. Das ist nun mal ein Teil unseres Lebens.

Wir schauen mittlerweile nach vorn und wir dürfen es wieder versuchen. Angst wird uns irgendwie immer begleiten aber es ist weniger geworden und wir können besser damit umgehen.

Ich wünsche Euch alles Liebe weiterhin und viel Kraft.

Ina

Re: Verdrängen?
geschrieben von: Ina (IP gespeichert)
Datum: 26. April 2006 15:50

Hallo Tommi,

in welcher Woche warst du bereits als du operiert wurdest???

LG, Ina

Re: Verdrängen?
geschrieben von: tommi (IP gespeichert)
Datum: 26. April 2006 21:00

Hallo Ina,
man kann es natürlich nicht mit Sicherheit sagen, aber warscheinlich in der 8. Woche. Ich hatte Zwischendurch auch Blutungen, daher dachte ich, ich bin nicht schwanger, weil die nach ca. 4 Tagen wieder weg waren. Im nachhinein hätte ich eigentlich merken müssen, das etwas nicht in Ordnung ist - ich hatte auch manchmal vorher schon ein leichtes Ziehen im Unterleib. Als die starken Schmerzen anfingen, dachte ich, ich hätte Durchfall oder so. Ich konnte bis zuletzt nicht glauben, das ich schwanger war. Erst, als ich im OP lag, und alle Ärtze hektisch wurden und rumschrien Akute Lebensgefahr lebensbedrohlich, sofort operiern habe ich richtig Angst gekriegt. Obwohl ich eigentlich gar nicht mehr soviel mitbekommen habe, da ich immer wieder weg war, war ich auch irgendwie erleichtert, als die über mein Gesicht gestülpt wurde. Ich hab noch gedacht, wenn ich jetzt sterbe tut das gar nicht weh - man merkt ja irgendwie nichts. Als ich auf der Intensivstation aufwachte, dachte ich, das ist mir nicht passiert. Man hat schon merkwürdige Gedanken.
Das mit der Trauer kommt erst später. Alle haben gesagt, sei froh, das Du noch lebst. Natürlich bin ich das auch, aber ich denke oft daran, was es wohl geworden wäre. Für mich ist es schlimmer, das "Baby" verloren zu haben, als nochmal mit dem Leben davon gekommen zu sein.
Das können aber nur Frauen verstehen, denen das oder ähnliches auch passiert ist. Ich schreibe jetzt das erste Mal darüber und hab einen Klops im Hals.:-)
In welcher Woche warst Du? Ich kann mir vorstellen, das es sehr schwer für Dich gewesen sein muss, im Krankenhaus zu liegen und nicht zu wissen, woran man ist und dann tritt doch noch das Unabwendbare ein.
Das tut mir sehr leid.




Re: Verdrängen?
geschrieben von: Ina (IP gespeichert)
Datum: 27. April 2006 09:15

Hallo Tommi,

natürlich bin ich auch froh das ich noch lebe aber ein Kind auf diese Art und Weise zu verlieren ist einfach nur schlimm. Ich bin als schwangere unter Narkose gesetzt worden und ohne Baby im Bauch wieder wachgeworden... Die Symptome sind aber erstmal geblieben und das fand ich am schlimmsten.
Ich selbst war Anfang 6 Woche. Das kannst du ja errechnen indem du den ersten Tag deiner letzten Periode nimmst. Dann weißt du auch in welcher Woche du warst.

Ich kann nachfühlen wie schwer es ist darüber zu reden, zu schreiben... Mittlerweile geht es mir besser aber ich bekomme heute noch immer wieder Momente wo ich einfach nur weine.

Wir hoffen jetzt ganz fest, dass ich bald wieder schwanger werde und alles sich gut und gesund entwickelt. Plant ihr auch bereits oder wollt ihr euch noch Zeit lassen? War deine ESS auch im Januar?

Gruß, Ina

Re: Verdrängen?
geschrieben von: Anni (IP gespeichert)
Datum: 01. Mai 2006 12:58

Hallo Tommi...

Auch ich kann sehr gut nachvollziehen wie es dir geht.
Ich habe am 4.3.06 erfahren, das ich schwanger bin. Wir haben uns riesig gefreut.
Erst im januar habe ich die pille abgesetzt und schon im Februar war ich schwanger.
Am 4.3. wurde ich dann aber leider abends noch direkt ins Krankenhaus eingeliefert.Mit starken Unterleibsschmerzen und starken Blutungen.
Es folgte eine Not-op. Ich hatte sehr viel freie Flüssigkeit im Bauch und die hälfte der ss war schon in der Bauchhöhle.
Auch mir haben die Ärzte immer wieder gesagt, das ich froh sein soll, das ich lebe.Aber wie kann man froh sein, wenn man schwanger ins KH geht und nicht mehr schwanger entlassen wird?!
In der woche nach dem Kh aufenthalt versuchte ich zu hause auf andere Gedanken zu komen, Alle waren so lieb zu mir. Mein Freund, meine Familie, alle.Bis ich dann ein paar Tage später wieder ins kh eingeliefert wurde.Mein hcg wert stieg unnormal an. der wert hätte eigentlich gleich null sein müssen.er lag einen tag nach der op bei 400. und eine woche später bei 1000
Ich wurde dann also 1 1/2 wochen später nochmal operiert.
Nun bin ich seid einer woche wieder zu hause und gehe ab morgen wieder arbeiten.
Irgendwie muß man ja doch wieder in den Alltag zurück.
Aber ich habe mich sehr verndert.
Vorher war ich immer eine gacker tussy, den ganzen tag nur gelacht und alle möglichen leute veräppelt.
nun bin ich eher nachdenklich...
Und das wird sicher auch noch oft si sein.

Ich wünsche dir und allen die so etwas durchmachen mussten bzw. müssen alles alles liebe


liebe grüße
anni

Re: Verdrängen?
geschrieben von: Tommi (IP gespeichert)
Datum: 01. Mai 2006 21:52

Hallo Ina,
meine ESS war im Dezember. Wir planen erstmal nicht. Ich bin zur Zeit gut beschäftigt mit Bau, Kind und Beruf. Vielleicht im Sommer oder so. Weiß noch nicht, ob überhaupt nocheinmal. Aber ich hoffe für Dich, das Dein Wunsch bald in Erfüllung geht.
LG Tommi

Re: Verdrängen?
geschrieben von: Tommi (IP gespeichert)
Datum: 01. Mai 2006 21:56

Hallo Anni,
es tut mir wirklich sehr leid, was Dir passiert ist. Natürlich muß man irgendwann wieder in den Alltag zurück, aber so ein Erlebnis prägt natürlich. Laß Dir Zeit, in den Alltag zurückzukehren und geh es langsam angehen. Sowas braucht seine Zeit. Ich glaube, man denkt auch noch in 20 Jahren daran, nur tut es dann eben nicht mehr so weh. Man lernt eben, damit zu leben.
Versuche keinen Schwangeren über den Weg zu laufen, das tut Dir nicht gut.

Halt die Öhrchen steif.
LG Tommi

Re: Verdrängen?
geschrieben von: Ina (IP gespeichert)
Datum: 03. Mai 2006 09:54

Hallo Tommi,

habt ihr bereits ein Kind? Oder wollt ihr aufgrund dieser Erfahrung evtl. den Kinderwunsch aufgeben? Ich kann dich verstehen, wenn Streß da ist hat man wenig Gedanken an das andere. Ich wünschte ich könnte es auch.

Vorgestern abend hatte ich mal wieder meinen kleinen 'Zusammenbruch'. Habe mir die Notizen durchgelesen die ich im Krankenhaus gemacht habe, die ich an unsere Kleine geschrieben habe. Das tat wieder sooooo weh... Ich wäre jetzt im 4. Monat... Ich möchte gar nicht so denken aber manchmal kann ich es nicht mehr steuern.

Sonnige Grüße

Ina

Re: Verdrängen?
geschrieben von: tommi (IP gespeichert)
Datum: 07. Mai 2006 21:49

Hallo Ina,
ja, wir haben einen 2-jährigen Jungen.

Es tut mir leid, das es Dir nicht gut ging. Aber denk dran: Gedanken die kommen, gehen auch wieder. Es braucht einfach seine Zeit.
Liebe Grüße
Tommi

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