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was sagt ein ultraschall in der schwangerschaft aus?
geschrieben von: anni (IP gespeichert)
Datum: 05. März 2005 14:01

mich interessiert, was ein ultraschall in der schwangerschaft zu dieser krankheit aussagen kann?ab wann kann man etwas sehen,was unberuhigent ist?wie reagieren die eltern?zu spät für eine abtreibung?ist ein ultraschall, der viel aussagt entlastend für eltern oder eher belastend?
ich schreibe eine facharbeit zu dem thema was ultraschallbilder bei werdenden eltern verursachen,wenn die ergebnisse nicht positiv sind!



Re: was sagt ein ultraschall in der schwangerschaft aus?
geschrieben von: Sabine (IP gespeichert)
Datum: 05. März 2005 14:02

Hallo Anni!

Durch Ultraschall-Untersuchungen kann man über ein Down-Syndrom beim ungeborenen Kind insofern etwas „aussagen“, als das bei vielen Kids bestimmte Hinweiszeichen gesehen werden können, die "typisch" für eine Trisomie 21 sind.

Aber eine Diagnose dieser Chromosomenbesonderheit (ES IST KEINE KRANKHEIT!!!!) ist nur mittels invasiver Verfahren (Amniozentese, Chorionzottenbiopsie usw.) bzw. mittels der sich anschließenden Chromosomenuntersuchungen mit nahezu 100-prozentiger Sicherheit möglich.

Meine Erfahrung nach werden viele Frauen durch Ultraschall-Untersuchungen (Nackenfaltenmessung, Nasenbein-Kontrolle, Feinultraschall usw.) eher verunsichert, denn sie kriegen ja keine Diagnose, sondern nur eine Wahrscheinlichkeit und müssen dann gucken wo sie damit bleiben. Sie entscheiden sich für Ultraschall-Untersuchungen, da diese nach heutigem Wissenstand ungefährlich dür Mutter und Kind sind, erhoffen sich Klärung und müssen danach aufgrund "ungünstiger" Werte oft entscheiden, ob sie risikoreiche invasive Untersuchungen manchen lassen, weil die erwünschte Beruhigung sich nicht einstellt.

Was ich dir empfehlen würde ist der Kontakt mit werdenden Eltern. Sie können es dir am besten sagen, wie die Untersuchungen empfunden haben. Ein gut besuchtes Forum, in dem es fast täglich um Pränataldiagnostik und ihre Vor- und Nachteile geht, ist [www.urbia.de]


Für einen Schwangerschaftsabbruch ist es bei der sicheren Diagnose einer Trisomie 21 nie zu spät, im Grunde bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Kind geboren wurde, ist ein Abbruch möglich und nach deutschem Recht legal (Stichwort Spätabtreibung). Falls dich das Thema interessiert: Unten ein TV-Tipp.

Hier noch ein Link zu einer Seite, auf der du einige Ultraschalbilder von einem Jungen mit Down-Sydrom findest, bei dem übrigens vorgeburtlich keine Hinweiszeichen auf die Besonderheit vorlagen: [www.ericmagnus.de]

Und unter diesem Link findest du eine Liste mit Besonderheiten, die zum Teil schon vorgeburtlich bei Kindern mit Trisomie 21 auffallen können: [de.wikipedia.org]

Alles Gute für deine Arbeit!
Sabine


Hier der TV-Tipp:
ARD, Mittwoch, 16.03.2005

23:40 - 00:25 Uhr

Er sollte sterben, doch Tim lebt! Eine Abtreibung und ihre Folgen...

Im Juni 1995 trat der Paragraf 218 mit einer Neuregelung in Kraft: Die „embryopathische Indikation“ wurde gestrichen und die bis dato bestehende zeitliche Begrenzung für Schwangerschaftsabbrüche wegen einer Behinderung oder Schädigung vor der Geburt („22-Wochen-Frist“) wurde aufgehoben. Zeitgleich entfiel auch die Beratungspflicht für Schwangere und im Rahmen der nunmehr „medizinischen Indikation“ können Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland nun praktisch bis unmittelbar vor der Geburt vorgenommen werden.

Tim hätte aufgrund dieser Regelung sterben können und sollen. Als seine Mutter 1997 in der 26. Woche mit ihm schwanger ist, diagnostizieren die Ärzte ein Down-Syndrom (Trisomie 21). Die Mutter will das Kind „so“ auf keinen Fall. Als sie mit Suizid droht, bekommt ein junger Assistenzarzt der Gynäkologischen-Geburtshilflichen Station der Städtischen Kliniken in Oldenburg den dienstlichen Auftrag: Schwangerschaftsabbruch durch Einleitung einer Frühgeburt. Er verabreicht ihr das Wehen auslösende Hormon Prostaglandin.

Normalerweise ist dies das Todesurteil für ein Baby. Doch Tim kommt lebend zur Welt. In der Erwartung, dass er bald stirbt, wird er neun Stunden ohne intensive ärztliche Behandlung liegen gelassen.

Durch die Umstände seiner Geburt werden sein Gehirn, seine Lunge und seine Augen geschädigt. Monatelang steht sein Leben auf der Kippe.

Tims leibliche Eltern bleiben bei ihrer Entscheidung: Sie wollen nichts mit dem Jungen zu tun haben. Ein halbes Jahr nach der Geburt findet sich eine Pflegefamilie, die Tim aufnimmt. Dort lebt er bis heute, inzwischen ist er sieben Jahre alt.

"Der Junge könnte es viel besser haben", sagt der Pflegevater, "wenn die Spätabtreibung nicht gewesen wäre."

Auch für den Arzt, der damals die Abtreibung vornahm, ist der "Fall Tim" noch nicht erledigt. Kürzlich wurde der Mediziner zu einer Geldstrafe verurteilt. Nicht wegen der Spätabtreibung, die war legal, sondern wegen unterlassener Hilfeleistung danach.

Der Arzt beschreibt offen sein Dilemma: "Erst sollte ich das Kind umbringen, um die Mutter zu retten. Dann sollte ich alles tun, um Tim am Leben zu halten. Dabei hatte ich ihn durch die Abtreibung doch schwer geschädigt."

Das Beispiel Tim stellt das Angebot der Spätabtreibung in Frage. Längst gelten Ungeborene im sechsten Monat der Schwangerschaft als lebensfähig. Oft wird alle medizinische Kunst aufgewendet, um "Frühchen" zu retten. Oft auch dann, wenn sie so früh zur Welt kommen, dass kaum die Möglichkeit besteht, dass sie später ohne Beeinträchtigungen leben können.

Kann es vor diesem Hintergrund vertretbar, legal sein, ein Kind im selben Alter sterben zu lassen, weil es eine angeborene Behinderung hat...?

siehe auch:

[www.down-syndrom.de]
(Tim, schwere Schädigungen durch fehlgeschlagenen Schwangerschaftsabbruch)


Re: was sagt ein ultraschall in der schwangerschaft aus?
geschrieben von: anni (IP gespeichert)
Datum: 05. März 2005 14:03

hallo sabine
vielen dank für diese informative antwort! es wird meine arbeit sicher weiter bringen...
gefreut hat es mich, das ich so schnell antwort bekommen habe!
also vielen dank
anni

Re: was sagt ein ultraschall in der schwangerschaft aus?
geschrieben von: bettina (IP gespeichert)
Datum: 31. März 2005 20:40

ein Ultraschall in der Schwangerschaft sagt sehr viel aus - diese Erfahrung habe ich jetzt leider gerade gemacht. Es wurde in die Nackenblase in der 13. Schwangerschaftswoche gemessen und eine Ausbildung festgestellt. Aufgrund dieser Ausbildung wurde eine Fruchtwasseruntersuchung terminiert. Zum Termin war mein Baby jedoch bereits gestorben. Die Fruchtwasseruntersuchung hat jetzt ergeben, dass es trisomie 21 war. Generell kann man nach meiner Erfahrung wohl nichts dazu sagen, wie aussagekräftig ein Ultraschall ist. Entscheidend ist die Ausbildung der Nackenblase. Es gibt hierzu Berechnungen, die abhängig von dem Lebensalter der schwangeren Frau eine Wahrscheinlichkeit bestimmen. Aussagekräftig ist auf jeden Fall die Fruchtwasseruntersuchung. In unserem Fall war für den Arzt der Ultraschall schon aussagekräftig. Er ersparte uns jedoch im vorhinein die Informationen. Erst als wir vor der Fruchtwasseruntersuchung beim Ultraschall den Herzstillstand selber beobachten konnten, informierte er uns über Statistiken, wonach bei einer bestimmten Nackenausbildung die babies sterben.

Re: was sagt ein ultraschall in der schwangerschaft aus?
geschrieben von: Sam (IP gespeichert)
Datum: 01. April 2005 11:10

Hallo Bettina!

Hatte euer Baby einen Herzfehler? Das würde z.B. die besonders starke Ausprägung der Nackenfalte erklären, denn eine große Nackentransparenz ist ansich nicht generell bei einer Chromosomenbesonderheit gegeben, sondern eigentlich sogar häufiger bei einem Herzfehler, der manchmal so schwer ist, dass die Babys bereits im Bauch der Mutter sterben. Herzfehler gehen wiederum häufig mit Chromosomenbesonderheiten einher, aber im Umkehrschluss haben dennoch nicht alle Kinder mit einer Form von z.B. Trisomie auch einen Herzfehler und ihre Nackentransparenz kann durchaus auch im Normbereich liegen. Ebenso andere per Ulltraschall gemessene Werte, seien es die Extremitätenknochen, das Nasenbein, der Darm, das Herz, die Finger usw. Und wie du selbst schreibst, ist eine invasive Diagnostik nötig und eine ausagekräftige Diagnose zu bekommen. Insofern KANN ein Ultraschall Hinweise geben, aber nie eine Diagnose für Down-Syndrom o.ä. Bei Eric z.B. waren vorgeburtlich bei den nicht-invasiven Untersuchungen (Nackentransparenzmessung, Blutuntersuchung, ULtraschall, auch mittels 3D-Technik) keine Merkmale zu finden, die auf eine Trisomie 21 hätten schließen lassen. Von daher war es eine große, aber nach der Überwindung des ersten Schocks letzlich doch absolut gar keine böse Überraschung, als er dann mit Down-Syndrom geboren wurde: [www.ericmagnus.de]

Liebe Grüße
Sam

Re: was sagt ein ultraschall in der schwangerschaft aus?
geschrieben von: Irene (IP gespeichert)
Datum: 11. April 2005 15:50

Hallo!

Auch mir ist es ähnlich wie Bettina gegangen.
Mir wurde beim ersten Ultraschall 14.03.05 in der 11+6 SSW, die Nackenfalte unseres Baby gemessen. Sie war auffällig und zwar 2,8 mm. Musste am 15.03.05 ins Krankenhaus zu einer Corionzottenbiopsie. Dabei wurde mir eine Nadel durch den Bauch gestochen und vom Mutterkuchen Gewebe entnommen. Dann musste ich lange 2 Wochen warten. Es kam am 29.03.05 der Anruf vom Krankenhaus. Es schaue nicht gut aus unser Baby hat Trisomie 21 und ich soll morgen vorbei kommen. Die schlimmste Nacht unseres Lebens war vor uns. Wir wussten nicht was wir tun sollten. Am 30.03.05 fuhren wir ins Krankenhaus wo beim Ultraschall festgestellt wurde das unser Baby bereits tot war. 14. SSW. Voraussichtlich wegen eines Herzfehlers.
Am 31.03.05 wurde eine Ausschabung vorgenommen...........
Das ist meine traurige Geschichte!

Liebe Grüße!
Irene

Re: was sagt ein ultraschall in der schwangerschaft aus?
geschrieben von: Lala (IP gespeichert)
Datum: 12. April 2005 20:23

Hallo Irene!

Das ist tatsächlich eine traurige Geschichte. Was hättet ihr gemacht, wenn euer Kind nicht von selbst gestorben wäre? Hättet ihr euch denn auch so gegen euer Baby entschieden oder ist der Verlust des Kleinchens schlimmer gewesen als die Diagnose Down-Syndrom? Ich bin schon mit vielen Eltern in Kontakt gewesen, die ähnliches durchgemacht haben und die Reaktionen gehen da auseinander: Die einen sagen, sie hätten ihr Kind mit Down-Syndrom ebenso geliebt und angenommen wie ein Regelkind, die anderen sind in gewisser Weise froh gewesen, dass ihnen der natürliche Tod es abgenommen hat, selbst das Todesurteil (sprich: Schwangerschaftsabbruch) zu sprechen. Wie ist das bei dir? Magst / kannst du darüber schreiben?

Ganz herzliche Grüße
Sabine

Re: was sagt ein ultraschall in der schwangerschaft aus?
geschrieben von: Irene (IP gespeichert)
Datum: 13. April 2005 08:56

Hallo Sabine!
Es war wirklich schrecklich zu hören, dass unser Kind nicht gesund ist. Ich habe mich schon des öfteren mit dem Thema Down Syndrom auseinander gesetzt. Meine Schwester arbeitet als Integrationslehrerin mit Kindern mit Down Syndrom. Deshalb war es für mich kein Neuland. Jedoch war es für meinen Freund Neuland und seine erste Reaktion war er möchte kein behindertes Kind!
Ich kann dir nicht sagen wie wir uns entschieden hätten. Wir haben es zu Hause mit meinen Eltern und meinen Geschwistern besprochen und alle hätten zu uns gehalten, gleich wie unsere Entscheidung ausfallen würde. Das war äußerst wichtig für uns. Eines ist sicher wir hätten uns sicher richtig mit dem Thema Down Syndrom auseinandergestzt und uns informiert und danach entschieden.
Heute kann ich sagen je mehr ich jetzt darüber gelesen habe und mich mit meiner Schwester unterhalten habe, desto sicherer wäre ich das ich nicht abtreiben würde.

Liebe Grüße!
Irene

Re: was sagt ein ultraschall in der schwangerschaft aus?
geschrieben von: Lala (IP gespeichert)
Datum: 13. April 2005 11:11

Hallo Irene!

Ja, ich denke auch, dass die Unterstützung durch die Familie ganz wichtig ist und auch, dass man eine solche Entscheidung nicht von heute auf morgen trifft, sondern sich wie du schon sagst, aktuelle Informationen besorgt und sich mit der Diagnose und was sie heutzutage bedeutet, auseinander setzt. Ich glaube, gerade in diesem Punkt liegt vieles im Argen und nur wenig Elternpaare nehmen sich bzw. verlangen auch vor ihrem Arzt diese Zeit. Habe schon oft gelesen, dass die Diagnose Down-Syndrom automatisch für viele ÄrztInnen heißt: "Gleich den Termin für den Schwangerschaftsabbruch klar machen." Finde ich absolut daneben, menschlcih so wie so, aber auch, weil ja der Abbruch bei der Diagnose gar nicht sofort gemacht werden muss, sondern man im Grunde bis zur Geburt alle Zeit der Welt hätte, sich zu entscheiden und zu informieren. Aber ich habe noch nie gelesen, dass der Arzt einem z.B. ein aktuelles und auch für Laien verständliches Buch in die Hand gedrückt hätte mit den Worten: "Lesen Sie erstmal ein wenig, dann sehen wir weiter" oder mal ein paar Links oder Andressen von regionalen Ansprechpartnern oder sonstwas mitgegeben hätte. Einfach Möglichkeiten, den Eltern eine Entscheidung möglich zu machen und sie nicht in eine Richtung zu drängen.

Liebe Irene, ich wünsche dir und deinem Mann von Herzen alles, alles erdenklich Gute und vor allem den bedingungslosen Rückhalt eurer Familien und eurer Freunde in dieser sicher nicht einfachen Zeit...
Sabine

Re: was sagt ein ultraschall in der schwangerschaft aus?
geschrieben von: sandra (IP gespeichert)
Datum: 20. April 2005 17:16

Ich hatte eine Schwangerschaft wie aus dem Bilderbuch. Die Ultraschallaufnahmen waren völlig unauffällig und selbst im Kreissaal war die Hebamme diejenige die mir sagte: Siehaben einen gesunden Jungen.
Ehrlich, ich habe keine speziellen Vorsorgeuntersuchungen machen lassen weil ich nicht gewusst hätte wie ich mich entscheiden soll.
Heute bin ich froh das es Niko gibt

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