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Berechnung von Elternunterhalt
geschrieben von: maloehr (IP gespeichert)
Datum: 04. Dezember 2007 14:57

Hallo,
meine Mutter ist kurzfristig in ein Altenheim gekommen. Sie hat ca. 900€ Rente und die Pflegestufe abgelehnt bekommen. Ein Betrag von ca. 1360 € ist jetzt über das SA zu finanzieren. Vorab, wir leben in NRW.

Ich bin verheiratet und habe ein 7 Monate altes Kind. Wir wohnen in einer zu kleinen Wohnung und haben schon lange vor Bekanntwerden des Unterhaltsfalles geplant, eine Eigentumswohnung oder ein Haus zu kaufen, bis unsere Kleine ca. 1 Jahr alt ist. Dazu sparen wir seit Jahren, u.a. monatlich 500 € in einen Prämien-Sparvertrag. Unser gesamtes angespartes Kapital beläuft sich derzeit auf ca. 70000€.

Ich bin noch bis Juli nächsten Jahres in Elternzeit, meine Frau ist vollzeitberufstätig. Ich bekomme 1070 € Elterngeld, meine Frau verdient ca. 1930 € Netto, zus. bekommen wir 150 € Kindergeld.
Unsere Miete beläuft sich mit Strom und Gas auf 525 € monatlich. Meine Frau fährt zur Arbeit und zurück jährlich ca. 5500 KM, was bei 0,30 Cent pro KM 3300 € Fahrtkosten jährlich, monatlich 275 € macht. Wir haben 2 Autos, deren Versicherungen sich insgesamt auf etwa 89 € monatlich belaufen, inkl. Teil-/Vollkasko. Zudem haben wir eine Rechtsschutzversicherung von monatlich 19 €, eine Haftpflicht von monatlich 12 € und eine Hausrat von monatlich ca. 10 €, sowie Kosten für DSL- und Telefonflatrate von ca. 55 €.

Zur Übersicht:

+ 1070 € Elterngeld des leiblichen Sohnes
+ 1930 € Einkommen der Ehefrau/des Schwiegerkindes
+ 150 € Kindergeld
- 1400 Selbstbehalt des leiblichen Sohnes
- 1050 Selbstbehalt der Ehefrau/des Schwiegerkindes
- 202 € (???) anrechenbarer Freibetrag für unser Kind
- 275 € berufsbedingte Fahrtkosten
- 89 € Autoversicherungen
- 19 € Rechtsschutzversicherung
- 12 € Haftpflichtversicherung
- 10 € Hausratversicherung
- 55 € DSL- und Telefon - Flatrate
+ 38 € : 2 (50% Selbstbehalt)
ergibt 19 € zu zahlenden Unterhalt.

Trotz umfangreicher Recherchen habe ich noch viele offene Fragen!

Stimmt meine Rechnung?
Stimmt der berechnete Freibetrag für unser Kind?
Gilt das Kindergeld als Einkommen?
Gibt es ansonsten Positionen, die sich noch zus. Einkommensmindernd auswirken?
Kann unser Vermögen von ca. 70000 € angetastet werden.
Kann ich bei laufender Unterhaltspflicht eine Immobilie kaufen, und wird diese dann vom SA auch Einkommensmindernd berücksichtigt?

Ich wäre für jede Hilfestellung zu diesem Thema dankbar, da mich das Ganze momentan doch sehr beschäftigt.

Danke



Re: Berechnung von Elternunterhalt
geschrieben von: Betroffener (IP gespeichert)
Datum: 04. Dezember 2007 16:08

Hallo,

zunächst scheint es empfehlenswert, die in diesem Forum unter "Grundsätzliche Informationen zum Themenkomplex Elternunterhalt Stand 17.06.2007" zugänglich gemachten Informationen zu lesen.

Zu den aufgeworfenen Fragen selbst kann aus zeitlichen Gründen nur in gebotener Kürze eingegangen werden:

Die Rechnung stimmt nicht. So können Kosten für z.B.Telefon und Flatrate nicht in Abzug gebracht werden.

Der Freibetrag für das Kind errechnet sich nach der jeweiligen Altersstufe, in welcher das Kind nach der Düsseldorfer Tabelle eingestuft wird.

Gibt es ansonsten Positionen, die sich noch zus. Einkommensmindernd auswirken?

Ja, kann es durchaus geben, wie z.B. bestehende Verbindlichkeiten.

Kann unser Vermögen von ca. 70.000 € angetastet werden?

Diese Frage kann weder mit ja noch mit nein beantwortet werden. Es scheint vom Grundsatz her jedenfalls nicht unmöglich. Ungeachtet dessen wird einem zum Elternunterhalt Herangezogenen ein Schonvermögen zugebilligt.

Kann ich bei laufender Unterhaltspflicht eine Immobilie kaufen, und wird diese dann vom SA auch Einkommensmindernd berücksichtigt?

Hierzu gibt es - leider - keine einheitliche Rechtssprechung.

Wie bereits eingangs erwähnt, dürften die "Grundsätzliche Informationen zum Themenkomplex Elternunterhalt Stand 17.06.2007" näheren Aufschluss über die Rechte und Pflichten eines zum Elternunterhalt Herangezogenen geben.

Die rechtzeitige Beiziehung eines in Elternunterhalt langjährig erfahrenen Fachanwalts für Familienrecht scheint empfehlenswert.


Freundliche Grüsse
Betroffener



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