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Elternunterhalt - Immobilienverkauf/-kauf
geschrieben von: Harry (IP gespeichert)
Datum: 13. November 2007 12:55

Hallo,
Ich habe folgende Frage / Problem: Meine Mutter ist im Pflegeheim, der Antrag auf Gewährung von Sozialhilfe ist gestellt, da im Monat eine Unterdeckung von ca. 600.- existiert. Das Sozialamt wird mich demnächst kontaktieren, wie hoch meine Einkünfte und mein Vermögen etc. ist, um mich dementsprechend an den Kosten beteiligen zu lassen (soweit o.k.).
Wir besitzen ein 6 Jahre alten Einfamilienhaus mit einer Restschuld von ca. 50.000.- €. Das Haus dürfte einen Wert von ca. 350.000.- € haben. Da wir uns auf dem Lande nicht mehr wohlfühlen, möchten wir das Haus verkaufen und uns in der Stadt eine Wohnung in der selben finanziellen Größenordnung erwerben. Wirwollen keine weiteren Schulden aufnehmen, den Betrag von 350.000.- € jedoch komplett in die neue Immobilie investieren.
Nun meine Fragen: Darf ich das? Wie reagiert das Sozialamt? Welche Probleme kann ich mit dem Sozialamt bekommen? Was raten Sie mir zu tun?
Grüsse
Harry

Re: Elternunterhalt - Immobilienverkauf/-kauf
geschrieben von: Betroffener (IP gespeichert)
Datum: 14. November 2007 16:08

Hallo,

zu den aufgeworfenen Fragen liegen folgende Informationen vor:

Vor Zugang der Rechtswahrungsanzeige kann ein zum Elternunterhalt Herangezogner über seine Einkünfte bzw. sein Vermögen ( z.B. auch selbstgenutztes Immobilienvermögen ) frei verfügen.

Falls das von einem zum Elternunterhalt Herangezogenen selbst bewohnte Einfamilienhaus noch mit einer Restschuld belastet ist, so kann der hierdurch anfallende monatliche Abtrag ( die Darlehensrate ) einkommensmindernd angesetzt werden. Wenn keine Restschuld vorhanden ist, kann selbstvertständlich auch nichts einkommensmindernd angesetzt werden...

Wenn nun ein zum Elternunterhalt Herangezogener seine vor Zugang der Rechtswahrungsanzeige bereits vorhandene selbstgenutzte Immobilie nach Zugang der Rechtswahrungsanzeige veräußert und den Verkaufserlös in eine gleich teure Wohnung investiert, kann dies nicht zu seinem Nachteil gereichen.

Wie die Sozialbehörde reagiert und ob diese Probleme macht, ist nicht vorauszusehen. Es kann jedoch diesseits keine Rechtsgrundlage erkannt werden, auf Grund derer eine Sozialbehörde aus dem geplanten Tausch von Haus in Wohnung berechtigte Ansprüche ableiten und / oder geltend machen könnte. Ein Rat wiederum darf in diesem Forum - leider - nicht erteilt werden ( unerlaubte Rechtsberatung ). Ungeachtet dessen scheint die Beiziehung eines in Elternunterhalt langjährig erfahrenen Fachanwalts für Familienrecht hilfreich. Dieser kann dann auch die auf den speziellen Fall zugeschnittenen Möglichkeiten und Vorgehensweisen erörtern.

Unter Würdigung des Sachverhalts wäre allerdings zu beachten, dass bei einem selbstgenutzten Haus oder einer selbstgenutzten Wohnung dem Einkommen eines zum Elternunterhalt Herangezogenen stets ein Wohnvorteil zugerechnet wird, dessen Höhe sich nach dem angemessenen Wohnwert, also einem Betrag, der im Verhältnis zum Einkommen des zum Elternunterhalt Herangezogenen angemessen ist. Auch diesbezüglich kann ein in Elternunterhalt langjährig erfahrener Fachanwalt für Familienrecht nähere Auskünfte erteilen.

Freundliche Grüsse
Betroffener








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