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Verwirkung Unterhalt, Auskunftspflicht etc
geschrieben von: Stefan74 (IP gespeichert)
Datum: 07. Oktober 2007 12:34

Hallo liebe Experten,

ich brauche Hilfe und Rat.
Meine Mutter geht in betreutes Wohnen. Meine Großmutter hat ein Schreiben erhalten, indem sie zur Zahlung eines Betrages unter 30E aufgefordert wird oder ihre Einkünfte darlegen soll. Das SA hat sie in diesem Brief auch aufgefordert, meine Adresse mitzuteilen.
Ich bin natürlich bereit, Auskunft zu erteilen, möchte aber verhindern, dass meine Mutter auf diesem Wege an meine Daten kommt. Meine Mutter schuldet mir mehrere Tausend Euro, die ich ihr geliehen habe. Sie hat bei meinem Prof und Arbeitgeber/Vermieter/Freunden Tag und Nacht angerufen, um damit zu bezwecken, dass ich Wohnung und Studienplatz bzw. Stelle verliere. Sie hat meine Unterschrift gefälscht und Verträge auf meinen Namen abgeschlossen, weil sie so verschuldet war, dass ihr z.b. Versandhäuser nichts mehr schickten.
Ich muß vom Einkommen her sicherlich noch nicht bezahlen, allerdings werde ich in ca zwei Jahren mehr verdienen.

Nun habe ich folgende Fragen:
1. Muß ich schon jetzt zum Anwalt?

2. Muß ich schon jetzt (auch wenn ich noch unter meinem Selbstbehalt liege) dem SA mitteilen, dass ich wegen Verwirkung auch in Zukunft nicht zahlen möchte? Verliere ich den Anspruch später (bei höherem Einkommen) auf Verwirkung zu klagen, nur weil ich jetzt nichts unternehme? Sagt das SA dann, ich hätte das früher geltend machen müssen?

3. Was könnten für Anwaltskosten auf mich zukommen? Ich habe zwar eine Rechtsschutzversicherung, aber die treten angeblich nicht bei Familiensachen ein. Was soll ich jetzt tun?

4. Wie stelle ich sicher, dass meine Adresse und die des Arbeitgebers nicht publik wird? Wenn das SA meine Auskunft in ihren Ordner heftet, kommt sie ja jederzeit durch das Recht auf Akteneinsicht an meine Sachen...

Danke für Eure Hilfe,
Stefan

Re: Verwirkung Unterhalt, Auskunftspflicht etc
geschrieben von: Betroffener (IP gespeichert)
Datum: 08. Oktober 2007 06:01

Hallo,

zu den aufgeworfenen Fragen liegen folgende Informationen vor:

1.
Angesichts des geschilderten Sachverhalts empfiehlt sich bereits zum jetzigen Zeitpunkt die Beiziehung eines in Elternunterhalt langjährig erfahrenen Fachanwalts für Familienrecht.

2.
Sofern Verwirkungstatbestände ins Feld geführt werden können, empfiehlt es sich, diese ebenfalls bereits zum jetzigen Zeitpunkt darzulegen.

3.
Über die Höhe der zu erwartenden Anwaltskosten können an dieser Stelle keine Angaben gemacht werden. Ungeachtet dessen kann ein Anwalt die zu erwartenden Kosten anhand des RVG ( Rechtsanwalts Vergütungs Gesetz ) annähernd mitteilen. Die Rechtsschutzversicherung wird möglicherweise die Kosten einer Erstberatung übernehmen.

4.
Der mit der Wahrnehmung der Interessen betraute Anwalt sollte die Sozialbehörde unter Darlegung des Sachverhalts bitten, dafür Sorge zu tragen, dass die Anschrift des zum Unterhalt Herangezogenen und die seines Arbeitgebers nicht der Unterhaltsberechtigten und / oder deren Anwalt mitgeteilt wird.

Freundliche Grüsse
Betroffener



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