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Wohneigentum
geschrieben von: nungesser4 (IP gespeichert)
Datum: 23. Mai 2007 13:38

Hallo liebe Forenmitglieder,

habe zurzeit folgendes Problem. Meine Mutter befindet sich seit 2 Jahren in einem Pflegeheim (Pflegestufe 1) Bisher konnten die Restkosten von ihren Ersparnissen bestritten werden. Das wäre auch noch für ca. 1 ½ Jahre zu machen.

Meine Schwiegermutter ebenfalls Stufe 1 wurde bisher von meinem Schwager zu Hause gepflegt. Nun ist der Schwager so erkrankt, dass er die Pflege nicht mehr bewerkstelligen kann. Das heißt, die Schwiegermutter kommt in ein Heim. Ihre Ersparnisse werden für ca. 2 Jahre ausreichen, um das Heim zu finanzieren.

Meine Frau und ich wollen uns einen schon seit geraumer Zeit gehegten Wunsch erfüllen – eine Eigentumswohnung zur Eigennutzung kaufen. Damit werden wir natürlich unsere Ersparnisse einsetzen und noch einen Teil finanzieren müssen.

Frage: Ist dies unter der o.a. Konstellation noch zulässig oder kann das Sozialamt im nach hinein verlangen, dass wir unsere Eigentumswohnung wieder verkaufen müssen – mit dem Vorwurf, das Vermögen dem Zugriff der Behörde entzogen zu haben.

Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand mit Auskünften helfen könnte.

Kann mir evtl. auch jemand einen Fachanwalt für Familienrecht mit Schwerpunkt Elterunterhalt im Raum Koblenz empfehlen?

Vielen Dank für Eure Hilfe

Bernd

Re: Wohneigentum
geschrieben von: HeiPei (IP gespeichert)
Datum: 16. August 2007 19:58

Hallo Bernd!

Auch wenn deine Frage schon etwas länger im Raum steht, möchte ich kurz antworten.

Der BGH hat den Kauf und die Finanzierung von Wohneigentum, welches selbst bewohnt wird, ausdrücklich als Form der privaten Altersvorsorge anerkannt. Soweit die hierfür gedachten Ersparnisse als angemessene Altersvorsorge geschützt sind (rund 5% des monatlichen Bruttoeinkommens X 1000), ändert sich durch den Kauf nur die Anlageform dieser geschützten Altersvorsorge. Deshalb wird man später auch keinen Verkauf der Immobilie verlangen können. Dabei spielt es dann auch keine Rolle, ob man bereits mit Unterhaltszahlungen rechnen musste.

Ebenso wird die Finanzierung (Zins und Tilgung!) als Form der privaten Altersvorsorge anerkannt werden müssen, solange die anfängliche Tilgung wegen des drohenden Elternunterhalts nicht auffallend hoch festgelegt wird.

Jedoch muss man damit rechnen, dass danach evtl. Beiträge zu Lebensversicherungen oder zu anderen Formen der Altersvorsorge nicht länger berücksichtigt werden, weil bereits durch die Finanzierung der Wohnung eine angemessene private Vorsorge gesichert ist.

Gruß
Klaus



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