Forum :: Elternunterhalt.de :: Ist der uneheliche Vater verpflichtet Unterhalt zu zahlen?
Elternunterhalt.de : Forum
 
Ist der uneheliche Vater verpflichtet Unterhalt zu zahlen?
geschrieben von: FrauFirefly (IP gespeichert)
Datum: 22. März 2007 02:25

Hallo,

Ich bin 24 Jahre alt und habe folgendes Problem:
Ich bin nun im 6. Monat schwanger und wohne alleine, einige Kilometer vom biologischen Vater meines Kindes entfernt, von dem ich mich vor geraumer Zeit getrennt habe. Wir sind beide ledig.

Meine Fragen lauten nun: Ist er als Vater verpflichtet zukünftig Unterhalt für das Kind zu zahlen während ich nicht mehr arbeitsfähig sein werde in ein paar Wochen oder kann er es verweigern, überhaupt irgend etwas zu zahlen?
Wenn ja, wie viel ist er gesetzlich verpflichtet zu zahlen - und für wie viele Monate (bzw. Jahre)?
Da er selbst noch in Ausbildung ist, sind seine Erziehungsberechtigten verpflichtet den Unterhalt zu übernehmen?

Das Problem ist, dass wir so gut wie gar keinen Kontakt mehr zu einander haben. In der Vergangenheit lief zu viel schief; auf beiden Seiten. Wir verstehen uns kaum mehr und er ist nicht gerade glücklich über die Schwangerschaft. Deshalb will ich gerne wissen, welche Rechte ich finanziell habe.

Danke im voraus für die Antworten!



4 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.03.07 03:05.

Re: Ist der uneheliche Vater verpflichtet Unterhalt zu zahlen?
geschrieben von: Betroffener (IP gespeichert)
Datum: 22. März 2007 19:55

Hallo,

normalerweise beschäftigt sich dieses Forum überwiegend mit Elternunterhalt. Ungeachtet dessen wird zum Thema Kindesunterhalt ausnahmsweise auf Folgendes hingewiesen:

Jedes Kind hat Anspruch auf Unterhalt durch seine Eltern, bis es seine Berufsausbildung abgeschlossen hat. Unterhaltspflichtige Mütter und Väter können den Unterhalt entweder durch Pflege und Erziehung oder durch Barunterhalt leisten. Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, leistet seinen Unterhalt durch die Pflege und Erziehung des Kindes, der andere Elternteil zahlt den Barunterhalt.

Die Höhe des zu leistenden Barunterhalts hängt vor allem ab vom
aktuellen Einkommen des zum Unterhalt Verpflichteten, vom Alter des Kindes und von der Zahl der Personen, denen Unterhalt zusteht.
Der Barunterhalt ist monatlich im Voraus zu zahlen. Die Regelsätze für den Barunterhalt werden alle zwei Jahre durch Rechtsverordnung neu festgelegt. Auf Basis dieser Regelsätze werden die gerichtsüblichen Tabellen "Düsseldorfer Tabelle" ( alte Bundesländer ) und "Berliner Tabelle" ( neue Bundesländer ) für den Barunterhalt fortgeschrieben.

Wenn allerdings der Unterhaltspflichtige über kein Einkommen oder nur über ein geringes verfügt, kann Leistungsunfähigkeit vorliegen. Dies wiederum führt schlimmstenfalls dazu, dass z.B. ein Kindsvater trotz bestehender Unterhaltspflicht nicht leisten kann und das unterhaltsberechtigte Kind und / oder die Kindsmutter keinen Unterhalt erhalten. In diesem Fall scheint es nicht gänzlich ausgeschlossen, die Eltern des Kindsvaters und der Kindsmutter ( also die Großeltern ) zum so genannten Enkelunterhalt heranzuziehen, denn nach dem BGB (§ 1607 BGB ) müssen Verwandte in gerader Linie füreinander aufkommen. Das heißt: Erst mal kann das Kind Unterhalt von den Eltern verlangen. Wenn die aber ausfallen, müssen die Großeltern einspringen. Das gilt jedoch nur, wenn die Eltern nicht zahlen können zum Beispiel, weil sie selbst Sozialhilfe beziehen, oder im Ausland wohnen, somit nicht greifbar sind und eine Klage daher sinnlos wäre.

Die Unterhaltspflicht besteht jedoch nur im kleinsten Familienkreis. Die Verwandten in der Seitenlinie, Geschwister, Onkel, Tanten, Neffen, Nichten, Schwäger und andere müssen nicht für das Kind zahlen.

Bei alledem gilt es zu beachten, dass in der Regel die Kosten für das Enkelkind auf alle Großeltern verteilt werden müssen. Selbst wenn zum Beispiel nur der Vater des Kindes nicht zahlen kann, haften beide, die Großeltern väterlicherseits und die Großeltern mütterlicherseits. Wie viel hängt jeweils vom Einkommen ab.

Weitere Ausführungen zu dem Themenkomplex würden zu weit führen, weshalb die Beiziehung eines Fachanwalts für Familienrecht angeregt wird. Dieser kann anhand des genau geschilderten Sachverhalts und eventuell vorhandenen Dokumenten die Möglichkeiten einer Unterhaltsrealisierung näher erörtern. Falls die wirtschaftlichen Verhältnisse der werdenden Kindsmutter keine Rechtsberatung zulassen, hilft sicherlich auch das für den Wohnort zuständige Jugendamt mit Rat und Tat.

Freundliche Grüsse
Betroffener ( in Sachen Elternunterhalt )






In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Benutzer schreiben.