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Elternunterhaltsberechnung
geschrieben von: coolgirly (IP gespeichert)
Datum: 06. Juli 2006 12:31

Hallo, welche Summe kann ich als Barunterhalt oder
Barpauschale für meine beiden Kinder (13 Jahre und 7 Jahre)
bei der Berechnung der Unterhaltsfähigkeit von meinem Einkommen absetzen, da ich selbst ja auch gegenüber meinen Kindern zum Barunterhalt unterhaltsverpflichtet bin? Hierzu muss ich noch sagen, dass ich verheiratet bin, ein 13jähriges nichteheliches Kind, wofür auch Unterhalt gezahlt wird und ein 7jähriges eheliches Kind habe.
Ich habe gehört, dass diese Beträge neben den Beträgen der
Düsseldorfer Tabelle noch vom Einkommen abgezogen werden können.

Re: Elternunterhaltsberechnung
geschrieben von: Betroffener (IP gespeichert)
Datum: 06. Juli 2006 16:20

Hallo,

zu der aufgeworfenen Frage liegen folgende Informationen vor, wobei zur Vermeidung von Missverständnissen etwas weiter ausgeholt werden muss.

Verpflichtungen des Unterhaltsschuldners / Selbstbehalt:
Vom Einkommen unterhaltsmindernd abzusetzen sind in begrenztem Umfang bestimmte Verbindlichkeiten und Belastungen des unterhaltsverpflichteten Kindes. So sind z.B. Unterhaltsverpflichtungen gegenüber getrennten oder geschiedenen Ehegatten sowie eigenen unterhaltsberechtigten Kindern, berufsbedingte Fahrtkosten, notwendige Versicherungsbeiträge, Aufwendungen für Kredite, die in Unkenntnis der bevorstehenden Unterhaltsverpflichtung eingegangen wurden, usw. vom Einkommen unterhaltsmindernd abzusetzen. Aber auch Aufwendungen für das selbstbewohnte Familienheim sind unterhaltsmindernd abzusetzen. Wohnt man in der eigenen Wohnung bzw. im eigenen Haus wird einerseits der fiktive Mietwert dem Einkommen hinzugerechnet, andererseits können jedoch alle Aufwendungen, die mit dem Erhalt des Hauses verbunden sind, abgesetzt werden, insbesondere Zins – und Tilgungsleistungen. Der Bundesgerichtshof hat in einer Entscheidung vom 26.02.1992 u.a. auch die Möglichkeit einer Rücklagenbildung für die erst in der näheren Zukunft notwendige Pkw-Ersatzbeschaffung oder für notwendige Hausrenovierungen ausdrücklich anerkannt.

Von dem danach noch verbleibenden Einkommen des unverheirateten unterhaltspflichtigen Kindes steht diesem gegenüber seinen Eltern ( Vater und / oder Mutter ) ein „angemessener Selbstbehalt“ von derzeit mindestens monatlich 1.400.-- Euro zu. Hierin sind aber Kosten für Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) in Höhe von 450.-- Euro bereits berücksichtigt. Der Selbstbehalt von mindestens 1.400.-- Euro erhöht sich, wenn das unterhaltspflichtige Kind verheiratet ist und der mit dem unterhaltspflichtigen Kind zusammenlebende Ehegatte über kein eigenes oder nur über ein geringes Einkommen verfügt. Der angemessene Unterhalt des mit dem Unterhaltspflichtigen zusammenlebenden Ehegatten beläuft sich meistens auf monatlich mindestens weitere 1.050.-- Euro, die das anrechenbare Einkommen des unterhaltspflichtigen Kindes somit unterhaltsmindernd senken. Im Familienbedarf von insgesamt 2.450 Euro ( 1.400,-- € unterhaltspflichtiges Kind + 1.050,-- € Ehegatte ) sind Kosten für Unterkunft und Heizung in Höhe von 800.-- Euro ( 450.-- € unterhaltspflichtiges Kind + 350.-- € Ehegatte) enthalten. Hat das unterhaltspflichtige Kind selbst Kinder - so wie im vorliegenden Fall -, kommen weitere Freibeträge hinzu. Diese bemessen sich von der Höhe her nach der Düsseldorfer Tabelle.

Sollte nach Abzug aller berücksichtigungswürdigen Aufwendungen noch ein Resteinkommen verbleiben, ist dieses nach der neueren Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 19.03.2003 in der Regel nur zur Hälfte für den Elternunterhalt einzusetzen.

Grüssle
Betroffener

Re: Elternunterhaltsberechnung
geschrieben von: admin_ (IP gespeichert)
Datum: 18. Juli 2006 08:43

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Re: Elternunterhaltsberechnung
geschrieben von: srib (IP gespeichert)
Datum: 16. Mai 2010 14:55

schau mal auf www.unterhaltsrechner.eu da kannst Du Dir den Unterhaltsbetrag genau ausrechnen.



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